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Interview Dr. Alexander Matijevic

Drohnenversicherung: Noch Skepsis bei den Versicherungsgesellschaften

Wer eine Drohne bzw. einen Kopter aufsteigen lässt, braucht eine Versicherung (Symbolfoto).Hans@Pixabay.com

Dr. Alexander Matijevic ist Experte für nachhaltige Finanzprodukte und hat sich daneben im Rahmen seines Maklerbüros auf das Thema Kopter/Drohnen spezialisiert. Wie er zu diesem Nischenprodukt kam, was die Versicherungspflicht beinhaltet und wieso das Thema Kopter überhaupt in den Focus der Berichterstattung gerückt ist, über das und mehr hat sich Versicherungsbote mit ihm unterhalten.

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Versicherungsbote: Herr Dr. Matijevic, wie sind Sie bei der Novadis Versicherungsmakler OHG speziell auf das Thema Drohnen und die damit zusammenhängende Absicherung gekommen und was macht es für Sie interessant?

Dr. Alexander Matijevic studierte Wirtschaftswissenschaften. Seit 2002 ist er als Versicherungsmakler mit den Schwerpunkten Private Krankenversicherung, Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit, Krankenzusatzversicherung und betriebliche Altersvorsorge tätig. Als Inhaber und Geschäftsführer der Novadis Versicherungsmakler OHG, hat er sich seit 2012 auf den Kopter-Markt spezialisiert und hat ein hohes Fachwissen wenn es um Absicherung gegen Schäden, die durch zivile Drohnen verursacht werden, geht. Dr. Alexander Matijevic Herr Dr. Matijevic: Als Maklerbüro gehen wir seit einigen Jahren den Weg, uns auf Nischenprodukte zu spezialisieren. Beim Thema Kopter lag der Ursprung eher im privaten Bereich. 2012 habe ich mir meinen ersten Multikopter gekauft. Die Suche nach einer passenden Versicherung gestaltete sich deutlich schwieriger als erwartet, und so entstand die Idee.

Versicherungsbote: Hat der zivile Drohnengebrauch in den letzten Jahren zugenommen? Wenn ja, können Sie sich erklären warum?

Herr Dr. Matijevic: Ja, auf jeden Fall. Wobei ich den Begriff Kopter bevorzuge, „Drohne“ klingt recht militärisch und ist in weiten Teilen unserer Erde sehr negativ besetzt. 2012 waren Kopter v.a. etwas für Bastler und Technikenthusiasten. Heute sind die Modelle auf einem ganz anderen Niveau, die Nutzung ist auch ohne tiefgreifendes technisches Verständnis möglich. Diese Entwicklung lässt den Kreis potenzieller Kunden deutlich größer werden, sodass Kopter den Nischenstatus langsam ablegen und im Massenmarkt ankommen.

Versicherungsbote: Wieso ist das Thema versicherungstechnisch spannend geworden?

Herr Dr. Matijevic: Ich habe den Eindruck, viele Versicherungsgesellschaften sind dem Thema gegenüber sehr skeptisch eingestellt. Gemessen an anderen Sparten sind Kopter-Versicherungen noch immer eine kleine Nische, in der Erfahrungswerte fehlen. Aber gerade durch diesen Umstand empfinde ich das Thema als äußerst reizvoll, im Gespräch mit Versicherungsgesellschaften neue Wege zu suchen.

Versicherungsbote: Ab wann genau besteht Versicherungspflicht?

Herr Dr. Matijevic: Sobald Sie sich mit einem Kopter nicht mehr auf dem Boden befinden, sondern abheben und damit im Luftraum bewegen, besteht Versicherungspflicht. Dieser Umstand gilt übrigens nicht nur für Kopter, sondern für alle Modellflugzeuge oder Fluggeräte, unabhängig von Größe und Gewicht. Auch wie Spielzeug anmutende Modelle sind hiervon nicht befreit.

Versicherungsbote: Es besteht keine Versicherungspflicht - so steht es geschrieben - indoor. Was umfasst das?

Herr Dr. Matijevic: Ja, das ist korrekt. Wenn Sie in einem geschlossenen Raum fliegen, greifen Sie nicht in den Luftraum ein. Dann besteht keine gesetzliche Versicherungspflicht. Wer in fremden Räumen fliegen möchte, sollte allerdings trotzdem eine entsprechende Versicherung abschließen, da das Risiko indoor meist deutlich höher ist als im Freien.

Versicherungsbote: Gibt es Versicherungsverträge, die entsprechende Vorfälle durch Drohnen bereits einschließen?

Herr Dr. Matijevic: In kopter-spezifischen Tarifen sind Indoor-Flüge meist ausgeschlossen. Die von uns empfohlenen Tarife haben diese Einschränkung aber nicht.

Versicherungsbote: Wie verhalten sich die Zahlen der abgeschlossenen Verträge in ihrem Haus speziell auf diese Sonderversicherung bezogen?

Herr Dr. Matijevic: Der oben skizzierte Trend spiegelt sich natürlich in unseren Zahlen wieder, ja. Trotzdem ist die Nachfrage nicht vergleichbar mit klassischen Versicherungssparten wie Haftpflicht oder Hausrat.

Versicherungsbote: An welche übergeordneten Behörden / Institutionen darf ich mich als Verwender wenden, wenn ich Fragen zum Thema habe und parteiunabhängige neutrale Antworten bekommen möchte?

Herr Dr. Matijevic: Für diese Fragestellung sind die Landesluftfahrtbehörden der Bundesländer zuständig. Wir empfehlen auch privaten Nutzern, den geplanten Einsatz eines Kopters bei der Behörde zu schildern und abzuklären, ob hierfür eine Aufstiegserlaubnis erforderlich ist. Sollte dies der Fall sein, reicht eine private Kopter-Haftpflicht nicht aus. Wir sprechen dann über den gewerblichen Bereich. Unter Umständen auch dann, wenn gar keine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt.

Versicherungsbote: Wo können sich Interessierte Vergleiche einholen?

Herr Dr. Matijevic: Auf unserer Partnerseite Kopter-Profi.de finden interessierte Nutzer einen Vergleich verschiedener Tarife der privaten und / oder gewerblichen Kopter-Nutzung. Neben der gesetzlich vorgeschriebenen Luftfahrt-Haftpflichtversicherung ist z.B. auch die Kopter-Kaskoversicherung interessant, die gewerbliche eingesetzte Multikopter gegen z.B. Diebstahl oder Absturzschäden versichert. Für eine ausführliche Beratung steht unser Service-Team gerne zur Verfügung. Dies gilt übrigens auch für Makler-Kollegen, die mit entsprechenden Fragestellungen aus ihrem Bestand konfrontiert sind.

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Versicherungsbote: Vielen Dank für das Interview!

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