Zum Herbstbeginn müssen viele Privatpatienten wieder die Ohren und Augen offenhalten. Meist im November kann man dann mit einer Nachricht der Krankenversicherungen rechnen, wie die Beiträge für das kommende Jahr angepasst werden.

In den letzten Jahren war die Überraschung oft größer als befürchtet. Gerade ältere Versicherungsnehmer mussten teilweise ziemlich große Beitragssprünge akzeptieren. Das ARD-Magazin Monitor berichtete, dass zwischen 2000 und 2013 die Beiträge in den PKV um ganze 87 Prozent gestiegen seien. Die Axa erhöhte beispielsweise vor zwei Jahren in einigen Tarifen um 50 Prozent Beiträge. Im Zuge der Beitragsanpassungen überlegen Kunden oft ihre Tarife zum Jahresende zu wechseln. Wie man das am besten macht und in welche Fallen man besser nicht tappen sollte, kann in unserer Checkliste für den PKV-Versicherungswechsel eingesehen werden.

Beitragsanpassungen zum Januar 2016

SIGNAL

Für das kommende Jahr sind für das Neugeschäft der Versicherungen schon Zahlen bekannt. Insgesamt gesehen wird es bei der SIGNAL für Erwachsene so gut wie keine Änderungen geben, so zumindest der aktuelle Stand. Bei der Vollversicherung für Angestellte, Selbstständige und Freiberufler gibt es überhaupt keine Anpassungen, für Kinder und Jugendliche steigen vier Tarife zwischen 6 und 20 Prozent. Die Pflegezusatzversicherung wird im Tarif PflegeBAHR für 38 bis 55-Jährige sogar um zwei Prozent günstiger. Elf Beiträge der Altersbeitragsentlastung ändern sich ebenfalls: für Erwachsene ab 26 Jahren um 10 Prozent, für die 32 bis 55-Jährigen nur zwischen eins bis 6 Prozent. Insgesamt müssen für Kinder und Jugendliche mit erhöhten Anpassungen gerechnet werden. Hier klettern die Beiträge von 9 Tarifen um bis zu 17 bis 20 Prozent nach oben.

Barmenia

Neukunden der Barmenia müssen sich auf mehr Änderungen einstellen, denn es werden deutlich mehr Beiträge angepasst als bei INTER, SIGNAL und Allianz. Insgesamt gilt zwar auch hier, dass sich hauptsächlich Beiträge für Kinder und Jugendliche ändern, in der Vollversicherung für Selbstständige, Angestellte und Freiberufler können jedoch auch zwischen 7 bis 8 Prozent angehoben werden. Die Tarife einsAexpert3 und einsAexpert3+ senken aber auch beispielsweise für Neukunden ab 55 Jahren um bis zu -3 Prozent. Für alle anderen werden die Tarife jedoch teurer. Humanmediziner und Zahnärzte dürfen im Tarif VZD1+ und VZD2+ mit bis zu -19 Prozent Beitragssenkung rechnen.

Bei den Krankentagegeldversicherungen werden 26 Tarife angepasst. Während der Tarif TM273+ ab 44 Jahren um ganze 20 Prozent steigt, senken sich die Beiträge im Tarif TM21+, T7+, TM63+ um bis zu -8 Prozent.

Insgesamt werden bei der Barmenia über 116 Tarife angepasst, deren Beiträge durchschnittlich um 1,6 Prozent steigen.

INTER

Die INTER will für das Neugeschäft im Neujahr 2016 über 42 Tarife anpassen. Wer keine Pflegezusatzversicherung im Tarif PTN II U oder PTN III U abschließen möchte (die Beiträge reduzieren sich um bis zu -7 Prozent), sollte gut vergleichen. Denn durchschnittlich hebt sich der Beitrag um 4,66 Prozent.

In der Krankentagegeldversicherung steigen neun Tarife um einen Mittelwert von 6,87 Prozent. 32-Jährige müssten für Tarife wie TSN 42 U, TSN 42_182 U, TSN 42_364 U, TSN 42_63 U und TSN 42_84 U dann stattliche 28 Prozent mehr zahlen, 26-Jährige sogar 31 Prozent. Der Tarif der Krankenhaustagegeldversicherung wiederum KHT U senkt sich um ganze -13 bis -16 Prozent.

Vollversicherte Angestellte, Selbstständige und Freiberufler müssen ebenfalls in neun Tarifen mit durchschnittlichen 7,77 Prozent Prämien-Erhöhungen rechnen. Bei den Human- und Zahnmedizinern sieht das ein bisschen besser aus: Tarif ZAK 1 U, ZAK 3S U und ZAK V 1 U senken für Neukunden bis 6 Prozent. Der Tarif JA S20 U erhöht sich jedoch um 12 Prozent.

Allianz

Die Allianz passt im Neugeschäft nur sechs Tarife an, was für eine hohe Beitragsstabilität bei dem Versicherer sprechen könnte. Die durchschnittliche Beitragsanpassung beträgt 4,89 Prozent. Selbstständige, Freiberufler und Angestellte müssen im Neugeschäft im Tarif der Vollversicherung mit 10 Prozent mehr rechnen. Zahn- und Humanmediziner zahlen nur im Tarif MP 100 zwischen 5 und 7 Prozent drauf. In der GKV-Ergänzungsversicherung zahlen Neukunden jedoch im Tarif AB02 -21 bis -24 Prozent weniger.

BAP-Guide