Gesundheit am Arbeitsplatz sollte für Berufseinsteiger ein wichtiges Thema sein. Denn im Vergleich ist diese Gruppe insgesamt öfter wegen Seelenleiden krankgeschrieben als ältere Beschäftigte zwischen 25 und 34 Jahren. Für die Analyse zum Krankenstand wertete das IGES Institut in Berlin die Daten von insgesamt 2,7 Millionen erwerbstätigen Versicherten, in Altersgruppen gegliedert, aus.

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Erkrankungsdauer bei Berufseinsteigern

Gleichwohl verdeutlicht die DAK-Analyse auch die Unterschiede in der Erkrankungsdauer. Diesbezüglich nämlich macht sich etwas anderes bemerkbar: Zwar weisen Auszubildende im Schnitt mehr Krankheitsfälle wegen psychischer Erkrankungen auf als ihre älteren Kollegen zwischen 25 und 34 Jahren, doch sind die Berufseinsteiger mit ihren Diagnosen viel weniger lang krank geschrieben. Konkret bedeutet das, dass sie pro Krankschreibung mit einer Psycho-Diagnose nicht ganz so lange im Job fehlen, wie die Älteren, nämlich im Mittel nur 13,6 Tage.

Für Dr. Susanne Bleich, Ärztin bei der DAK-Gesundheit, entnimmt aus dieser Analyse das folgende Signal: „Die Ausbildung ist eine wichtige Phase im Leben der jungen Menschen, in der sie zum einen neue Anforderungen im Job meistern müssen. Zum anderen sind die jungen Berufstätigen noch in ihrer Entwicklung. Das ist für viele eine starke psychische Belastung.“ Die Ärztin gibt darum den Rat, bereits in der Berufsschule stärker den Fokus auch auf das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz zu richten. Beispielsweise empfiehlt Frau Bleich Sportangebote: diese würden beim Berufseinstieg helfen, Stress zu mildern und einen Ausgleich zu den oft sitzenden Tätigkeiten herzustellen. Weiterhin sei es ratsam, eine effektive Arbeitsorganisation und Stressmanagement anzustreben, um die Belastungen zu reduzieren.

DAK rät: Psychischem Stress vorbeugen

Bei der Analyse aller Erkrankungen zeigt sich der Krankenstand der Auszubildenden mit 3,1 Prozent ebenfalls etwas höher als der Krankheitsstand in der Gruppe der Beschäftigten zwischen 25 bis 29 Jahren, unter ihnen waren es 2,6 Prozent. Bei den Berufstätigen zwischen 20- bis 34-Jährigen waren es dann 2,8 Prozent.

Neben psychischen Symptomen ergeben sich auch aus anderen Erkrankungen Fehltage. So resultiert etwa ein Viertel der Fehltage von Azubis aus Erkrankungen des Atmungssystems, zum Beispiel durch Erkältungen. Jede fünfte Krankschreibung ergibt sich aus Verletzungen. Auch Infektionen spielen eine Rolle und bewegen sich mit rund elf Prozent auf dem dritten Platz. Dahinter reihen sich Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen und Erkrankungen des Verdauungssystems ein, mit jeweils rund neun Prozent.

Mehr Kranke in Medienberufen

Beachtlich ist, dass in einer Branche ein besonders hoher Krankenstand der 15- bis 19-Jährigen zu Tage tritt. Mit 3,5 Prozent hat der beliebte Wirtschaftszweig „Bildung, Kultur und Medien“ einen beachtlichen Wert vorzuweisen. Bezieht man in die Analyse jedoch alle Altersgruppen (15 bis 65 Jahre) ein, nivelliert sich die Spitze und die Medienberufe landen beim Thema Krankheitsstand auf dem letzten Platz.

Nach den Medienberufen ist der Bereich Baugewerbe sowie Organisationen und Verbände für Azubis ein Stressfeld, aus dem jeweils 3,4 Prozent vorübergehend mit Krankheit ausscheiden. Kaum überraschend ist der überaus geringe Krankenstand in der Branche „Banken und Versicherungen“, er beträgt gerade einmal zwei Prozent.

DAK Gesundheitsreport 2015


DAK