Laut DIW bekommen die oberen 20 Prozent der Einkommenspyramide 38 Prozent der Zulagen und Steuerersparnisse aus der Riester-Förderung. Die unteren 20 Prozent kassierten nur von etwa 7 Prozent des Fördervolumens, das Vater Staat an Riester-Sparer ausschüttet. Der GDV-Verband entgegnet, die Zulagen und Steuerrabatte seinen auf die Bevölkerung „neutral verteilt“, denn sie entsprächen „in etwa auch der Einkommensverteilung“ in Deutschland.

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Riester-Förderung ähnelt der Einkommensverteilung

Ähnlich dem laut DIW ermittelten scheinbaren Übergewicht bei der Riester-Förderung repräsentieren nach Aussagen des GDV die oberen 20 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung „auch ungefähr 40 Prozent der Einkommen“. Die besonders Geringverdiener und Familien fördernde Wirkung der Riester-Zulagen „kompensiert folglich die höhere Partizipationsquote der Haushalte mit höherem Einkommen“.

Fördereffekt bei geringen Einkommen besonders groß

„Die Förderung war nie dafür gedacht, allein oder vor allem Geringverdiener bei der Altersvorsorge zu unterstützen“, sagt Peter Schwark vom GDV. Vielmehr solle die Riester-Rente demografiebedingt zunehmende Rentenlücken schließen. Die Riester-Zulagen seien so strukturiert, dass sie einen überproportionalen Fördereffekt bei Menschen mit geringen Einkommen und bei Familien haben.

„US-Riester“ weniger sozial

Die DIW-Studie, so formuliert es der GDV, analysiere neben der Verteilungswirkung der Zulagen auch Steuerspareffekte, weswegen Besserverdiener entsprechend ihrer höheren Steuersätze besonders begünstigt sind. Immerhin, da sind sich alle Fachleute einig, kommen die Riester-Zulagen vor allem Geringverdienern zu Gute – vom Einkommen und damit vom Steuersatz unabhängig. Die in den USA angebotenen Förderprodukte (401k-Pläne; manche sagen auch US-Riester) beinhalten nur Steuer-Rabatte.

Die soziale Zulagen-Komponente gibt es dort nicht, weswegen amerikanische Kleinverdiener weniger als ihre höher bezahlten Mitbürger. Der GDV berichtet von den amerikanischen Verhältnissen: „70 Prozent des Fördervolumens in der Ansparphase entfallen dort auf die oberen 20 Prozent der Einkommenspyramide, die unteren 20 Prozent profitieren überhaupt nicht.“

Hohe Steuer-Rabatte bedeuten später auch höhere Steuern

Aus Sicht des GDV habe die DIW-Studie zu Riester die Rentenphase dieser Verträge nicht in Betracht gezogen werden. Ein Teil der Riester-Förderung, die steuerliche Abziehbarkeit der Beiträge, ist nur eine Steuerstundung, erläutern die Versicherer. Wegen der mit dem Einkommen steigenden Steuersätze sparen Menschen mit höherer Steuerbelastung zwar zunächst mehr Steuern. Die Riester-Rente unterliegt jedoch der nachgelagerten Besteuerung und ist in der Rentenphase steuerpflichtig.

„Gerade Haushalte mit höheren Einkommen werden im Rentenalter einen Teil der steuerlichen Förderung in Form von höheren Steuerzahlungen wieder zurückzahlen müssen. Bei Beziehern geringer Einkommen sind in vielen Fällen durch die Grundfreibeträge im Alter gar keine oder nur geringe Steuern fällig“, erläutert Peter Schwark.

Ergänzend liefert der Versichererverband Zahlen und schreibt:

Was die Zulagen angeht, sprechen die Zahlen der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) eine eindeutige Sprache:

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  • 64,8 Prozent der Zulagen werden an Menschen ausgezahlt mit Einkommen bis 30.000 Euro. 25 Prozent der Zulagen gehen an Menschen mit Einkommen unter 10.000 Euro.
  • 1,87 Milliarden Euro der Grund- und Kinderzulagen werden an Frauen ausgezahlt, 820 Millionen Euro an Männer.
  • Ost-West-Vergleich: Ein größerer Anteil der Menschen in den neuen Bundesländern partizipiert bei Riester.

(Angaben des GDV-Verbands)

Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV)