„Das Angebot hörte sich gerade für ökologisch bewusste Anleger toll an“, ist Joachim Cäsar-Preller, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht aus Wiesbaden, überzeugt. Die Green Planet AG hat seinen Anlegern die Möglichkeit geboten, ihr Geld nachhaltig zu investieren – in Teakholz-Plantagen in Costa Rica. Dass das Gros des Geldes nie ankam, scheint zweifelsfrei zu sein, seitdem die Staatsanwaltschaft Frankfurt wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug ermittelt. Die Firmenräume wurden durchsucht, der Gründer der Green Planet AG in Untersuchungshaft untergebracht.

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Geschäftsmodell von Green Planet: Verdacht auf Schneeballsystem

Cäsar-Preller: „Es deutet leider einiges darauf hin, nicht nur im Fall von Green Planet, dass wir es mit einer neuen Form von Anlagebetrug zu tun bekommen. Dabei wird das ökologische Gewissen der Anleger ausgenutzt, um an ihr Geld zu kommen. Wenn dann auch noch hohe Renditen versprochen werden, ist das schon die halbe Miete.“ Die Green Planet AG löckte die Anleger mit Renditen von bis zu 13 Prozent und hat rund 15 Millionen Euro von den Anlegern erhalten. Doch kam wohl nur ein geringer Teil dieser Gelder tatsächlich in Costa Rica an. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt vermutet hinter dem Geschäftsmodell ein ausgeklügeltes Schneeballsystem.

„Natürlich müssen die weiteren Ermittlungen abgewartet werden und es gilt auch hier die Unschuldsvermutung. Dennoch sollten sich die betroffenen Anleger anwaltlichen Rat einholen und mögliche Ansprüche auf Schadensersatz prüfen lassen“, so Cäsar-Preller. Nach der Meinung des Fachanwalts ist es beispielsweise fraglich, ob die Renditeerwartungen überhaupt realistisch waren oder die Anleger vielmehr bewusst mit falschen Zahlen oder gefakten Bildern und Telefongesprächen übertölpelt wurden. Auch bestünde die Möglichkeit, einen dinglichen Arrest gegen die Verantwortlichen zu erreichen, um auf Vermögenswerte zugreifen zu können. Mit einem solchen Arrest allerdings sollte nicht zu lange gewartet werden, denn nur „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“.

anwalt24