Vor allem seit 1999 nahm die Anzahl der Personen zu, die trotz Erreichen des Rentenalters weiterhin einer regelmäßigen Arbeit nachgehen. Bei den Männern betrug 2012 der Anteil der Erwerbstätigen unter den Rentnern 6,4 Prozent, bei den Frauen 4,8 Prozent - der höchste Wert bisher. Das zeigt die Studie „Arbeiten trotz Rente – Warum bleiben Menschen im Ruhestand erwerbstätig?“ die Christian Pfarr und Christian Maier von der Universität Bayreuth im Auftrag des DIA durchführten.

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Deutschland mit geringer Erwerbstätigenquote bei 65-69jährigen

Deutschland hat trotz des beobachteten Anstiegs im europäischen Vergleich zusammen mit Österreich und Frankreich nach wie vor eine der geringsten Erwerbstätigenquoten bei den 65- bis 69-Jährigen, zeigt die Untersuchung. Im Ost-West-Vergleich lässt sich feststellen, dass sich die Zahl der Erwerbstätigen nahezu synchron entwickelt hat. Im Westen ist die Quote der Beschäftigten konstant höher.


Mit zunehmenden Alter und Entfernung zur Regelaltersgrenze nimmt die Erwerbstätigkeit ab. In den ersten Jahren nach Rentenantritt ist eine relativ konstante Quote sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu beobachten, die nach einer kurzen, niedrigeren Phase rund um das 65. Lebensjahr sogar zwischenzeitlich wieder ansteigt. Die Erwerbsbeteiligung im Alter von 65 Jahren der bereits sich im Ruhestand befindlichen Personen beträgt immerhin noch ca. sechs Prozent für Frauen und acht Prozent für Männer. Selbst im Alter von 70 Jahren gehen noch ca. drei Prozent der Frauen und etwa sechs Prozent der Männer trotz Rentenbezugs einer Erwerbstätigkeit nach.

Zwischen Einkommen im Alter und Erwerbstätigkeit besteht kein direkter Zusammenhang

Untersucht wurden auch die Faktoren, die einer Beschäftigung im Alter Vorschub leisten. Dabei stellten die Studienautoren deutliche Unterschiede fest. Rente und Vermögen spielen eine wesentliche Rolle bei der Frage, ob man trotz Ruhestand arbeiten geht.

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So hätte sich ein Zusammenhang zwischen prekärem Einkommensverhältnis und einer Beschäftigung im Alter nicht ergeben. Es würden viel häufiger jene im Rentenalter arbeiten, die ein relativ hohes Renteneinkommen haben. Das Argument, dass eine drohende Altersarmut die Menschen in die Erwerbstätigkeit dränge, würde so an Gewicht verlieren, heißt es in der Studie.