Viele Menschen, die bei aktuell bei den Pegida-Demonstrationen mitlaufen, haben Zukunftsängste. Vor allem die Sorge vor Altersarmut spielt dabei eine große Rolle. Projekte wie die Rente mit 63 und die Mütterrente werden aus der Rentenkasse bezahlt, die heutigen Reserven in Höhe von 32 Millionen Euro werden 2019 aufgebraucht sein. Vor diesem Hintergrund hat sich Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles jetzt im Hamburger Abendblatt zu den Rentenplänen der Regierung geäußert.

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Nahles: „Das System wurde kränker geredet, als es war."

„Jahrelang hieß es vor allem von Seiten der privaten Rentenversicherer, dass das deutsche Rentensystem in der Krise steckt. Das System wurde kränker geredet, als es war. Heute sind rein kapitalgedeckte Versicherungen genauso in der Krise wie die Lebensversicherungen“, sagt Nahles. Das liege an den niedrigen Zinsen auf Geldanlagen.

Deshalb gebe es keine Alternative zum solidarischen und umlagefinanzierten Rentensystem. Trotzdem dürfe die private Vorsorge nebenher nicht außer Acht gelassen werden. Das Modell der Riester-Rente funktioniere zwar gut für Familien mit Kindern, erreiche aber vor allem die potenziell von Altersarmut Betroffenen nur selten. Nahles sieht dort ebenso Handelsbedarf wie bei der stärkeren Verbreitung der Betriebsrenten in kleinen und mittelgroßen Unternehmen.

Zusätzliche Betriebsrente ist essentiell

„Die Rentenreserven waren noch nie so hoch wie heute, der Beitragssatz aber ist so niedrig wie seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr“, sagt Nahles. Trotzdem empfehle sie es jedem, mit dem Arbeitgeber zusätzlich noch eine Betriebsrente auszuhandeln.

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Einen Hieb in Richtung Mindestlohn konnte sich Nahles am Ende ebenfalls nicht verkneifen: Auch kleinere Einkommen müssten über die gesamte Erwerbsbiografie eine vernünftige Rente ansammeln können. Das sei aber kein Problem des Rentensystems. „Das beste Rezept gegen Altersarmut ist eine gute Ausbildung und faire Entlohnung“, sagt sie.