Versicherungsbote: Seit Mai letzten Jahres bietet die Finanzchef24 GmbH neben einem Vergleichsportal für Verbraucher auch einen Online-Gewerbeservice für Versicherungsmakler. Wie kam es zu dieser Entwicklung?

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Hendrik Rennert: Bei Finanzchef24 haben wir viel Zeit, Energie und auch Geld in die Entwicklung eines Vergleichsrechners für gewerbliche Risiken investiert. Mit diesem bieten wir Kleinunternehmern und Selbstständigen im Direktvertriebsmodell mit hohem Automatisierungsgrad passende Versicherungslösungen. Bereits im ersten Geschäftsjahr fragten immer wieder Makler an, die nach technologischer Unterstützung im Vertriebsprozess suchten und unseren Rechner ebenfalls nutzen wollten. Für sie passen im kleinteiligen Gewerbegeschäft – bei kleinen Bäckern, Metzgern oder Gastronomen - Aufwand und Ertrag oft nicht zusammen. Mit Finanzchef PRO bieten wir diesen Maklern Prozessunterstützung in Form von Online-Angebotsvergleichen inklusive vollständiger Risikoanalyse, elektronischer Beratungsdokumentation und Online-Abschluss an. Das spart viel Zeit und hilft, haftungssicher zu beraten.

Versicherungsbote: Warum haben Sie sich auf den Sektor Gewerbeversicherungen spezialisiert?

Hendrik Rennert: Wir glauben, dass der Gewerbebereich außerordentlich viel Potenzial bietet, den Vertriebs- und Abwicklungsprozess für Kunden, Makler und Versicherer besser zu lösen als bisher. Makler benötigen – wie im Privatkundengeschäft – Vergleichsrechner, um das kleinteilige Geschäft mit vertretbarem Aufwand und haftungssicher eindecken zu können. Genau das bieten wir mit Finanzchef PRO. Da es im Gewerbegeschäft extrem umfangreich und anspruchsvoll ist, Vergleichsrechner zu bauen, haben wir uns entschieden, uns ausschließlich darauf zu spezialisieren und daran zu arbeiten, hier langfristig die modernste Technologie und das beste Produkt im Markt zu bieten.

Versicherungsbote: Welche Vorteile haben Makler mit ihrem Service?

Hendrik Rennert: Sie können ihren Kunden schnell und sicher ein maßgeschneidertes Angebot unterbreiten und damit signifikant Zeit und Aufwand bei der bedarfsgerechten Beratung sparen. Dazu erhalten sie nicht nur Zugang zum Vergleichsrechner, sondern erhalten bei Bedarf auch telefonische Unterstützung von erfahrenen Gewerbeversicherungsexperten. Und das alles völlig kostenlos und ohne Mindestumsätze.

Versicherungsbote: Bei vielen Maklern wird der Bereich Gewerbe stiefmütterlich behandelt und oft sogar an Gewerbe-Partner ausgelagert. Woran liegt diese Entwicklung und warum sollten Makler künftig verstärkt auf Gewerbe setzen?

Hendrik Rennert: Das Gewerbegeschäft ist oft deutlich komplexer und aufwendiger als das Privatkundengeschäft, wo bei der Risikoanalyse in der Regel immer die gleichen Fragen gestellt werden. Im Gewerbebereich ist das Risiko und sind damit auch die Fragen, die der Makler stellen muss, abhängig von der jeweiligen Betriebsart. So sollte ein Garten- und Landschaftsbauer vor Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung gefragt werden, ob er selbstfahrende Arbeitsmaschinen nutzt. Einem Friseur braucht man diese Frage natürlich nicht zu stellen. Hier ist jedoch zum Beispiel von Bedeutung, ob Permanent-Make-up-Behandlungen durchführt werden. Der Makler muss also für jede Betriebsart unterschiedliche Risikofragen parat halten. Will man den Überblick behalten, passen Aufwand und Erlös oft nicht zusammen. Unser Vergleichsrechner regelt das hingegen automatisch und führt den Benutzer durch einen betriebsartenindividuellen elektronischen Fragebogen.

Versicherungsbote: Die Beratungsdokumentation läuft bei Finanzchef PRO elektronisch. Worin liegen die Vorteile für den Makler und warum geht in Zukunft kein Weg an dieser Art der Dokumentation vorbei?

Hendrik Rennert: Ich möchte gar nicht behaupten, dass in Zukunft kein Weg an dieser Art der Dokumentation vorbeiführt. Ich denke allerdings, dass es für den Makler eine deutliche Arbeitserleichterung ist, die elektronische Beratungsdokumentation zu nutzen, da er dadurch Aufwand und Zeit spart. So kann er sich besser auf seine Kernaufgabe konzentrieren: den Kunden bedarfsgerecht zu beraten.

Versicherungsbote: „Die angebundenen Makler haben Zugriff auf die Vergleichsrechner der Finanzchef24 GmbH und erhalten zudem die Unterstützung von deren Gewerbeexperten.“, heißt es in einer ihrer Pressemitteilungen. Sind Sie ein kleiner Maklerpool?

Hendrik Rennert: Die Frage ist hier, wie man Pool definiert. Bei klassischen Pools wird in der Regel über eine Vermittlernummer eingedeckt, das heißt „gepoolt“ und der Pool ist Vertragspartner der Versicherungsunternehmen. Das ist bei Finanzchef PRO nicht so. Bei uns deckt der Makler über Direktanbindungen in seinen eigenen Bestand ein. Deshalb bezeichnen wir uns selbst nicht als Pool, sondern als Maklerservice, der seinen Mitgliedern Einkaufsvorteile (zum Beispiel Tarife mit Sondernachlass) und intelligente Infrastruktur (Vergleichsrechner, Expertenberatung) bietet.

Versicherungsbote: Was unterscheidet Sie von Maklerpools?

Hendrik Rennert: Wie gesagt bleiben die Makler bei Finanzchef PRO Herr über den eigenen Bestand. Das unterscheidet uns von klassischen Maklerpools.

Versicherungsbote: Aktuell sind Sie bei 12 Versicherungspartnern angeschlossen. Um welche Unternehmen handelt es sich dabei?


Hendrik Rennert: Momentan arbeiten wir zusammen mit Alte Leipziger, ARAG, AXA, Basler Versicherungen, Gothaer, Haftpflichtkasse Darmstadt, HDI, Inter Versicherungsgruppe, Markel, Rhion, VHV und Volkswohlbund. Mit weiteren Partnern sind wir im Gespräch.



Versicherungsbote: Wie viele Makler nutzen den Service?

Hendrik Rennert: Inzwischen sind es über 400 Makler, die Finanzchef PRO aktiv nutzen.

Versicherungsbote: Mit welchem Wachstum rechnen Sie für das 2015?

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Hendrik Rennert: Wir wollen vor allem in der Tiefe wachsen. Wir arbeiten also dran, unser Dienstleistungsangebot für den Makler konstant zu verbessern, damit wir seinen Unterstützungsbedarf im Gewerbebereich möglichst vollständig bedienen können.