Franz Ruland fordert die Angleichung der Rentenwerte für Ost und West ab 2015. Denn aktuell, so Ruland, seien die Renten im Osten zu hoch. Grund dafür ist die Hochwertung der Löhne im Osten. So werden derzeit 1.000 Euro Lohn im Osten genauso bewertet wie 1176,7 Euro im Westen der Republik. Arbeitnehmer in den neuen Bundesländern erwerben so deutlich höhere Rentenansprüche, als ihre Kollegen in den alten Bundesländern mit gleichem Gehalt.

Anzeige  

 

Rentenanspruch: Hochwertung der Löhne im Osten ist massiv ungerecht

Franz Ruland hatte in seiner Position als Chef der Deutschen Rentenversicherung seinerzeit entscheidend am System der Rentenangleichung mitgewirkt. Ziel war es, die niedrigeren Gehälter im Osten durch eine Hochwertung der Löhne für die Rentenversicherung auszugleichen.

Ruland, der heute Vorsitzender des Sozialbeirats der Bundesregierung ist, erklärte in der Mitteldeutschen Zeitung: „Sie war lange Zeit gerechtfertigt, ist inzwischen aber den westdeutschen Versicherten gegenüber, die die Kosten dafür tragen müssen, massiv ungerecht“.

Zudem sei die Hochwertung auch der Grund für die steigenden Transferzahlungen in den neuen Bundesländern. Seit 1990 habe der Wert der Transferzahlungen eine Summe von mehr als 140 Milliarden Euro erreicht. 2013 sollen rund 15 Milliarden an Transferzahlungen geleistet werden. Bis 2025 soll dieser auf 22 Milliarden Euro jährlich ansteigen. Nun fordert der Ex-Chef der Rentenversicherung die Vereinheitlichung der aktuellen Rentenwerte ab 2015.

Ungleiche Rentenerhöhung - kommt die Anpassung des Rentensystems?

Anstoss der neuerlichen Debatte ist die Rentenerhöhung im Juli (der Versicherungsbote berichtete: „Rentenerhöhung - Rente steigt ab Juli“). Rentner im Osten Deutschlands bekommen dann 3,29 Prozent mehr Rente. Dagegen werden die Altersbezüge im Westen nur um 0,25 Prozent angehoben. Die Unterschiede in der Höhe wurden von der Bundesregierung mit dem stärkeren Anstieg der Ost-Löhne im Jahr 2011 begründet.

Anzeige  

 

Bereits damals hatte der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, Herbert Rische, laut über eine beschleunigte Anpassung des Rentensystems nachgedacht. Diese sei jedoch teuer. So würde eine sofortige Umstellung auf ein einheitliches Rentensystem Mehrkosten in Höhe von rund 4,5 Milliarden Euro verschlingen. Rische sinierte in einem Interview mit dem Südwestrundfunk: "Müssen wir nicht vielleicht doch schneller und ich hoffe in der nächsten Legislaturperiode zu einer Gesamtanpassung Ost-West kommen, damit wir diese Fragen so nicht mehr diskutieren müssen?"

Mitteldeutschen Zeitung