Bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) sind mittlerweile rund 5.000 Beschwerden über Vermittler eingegangen. Diese stehen in der Regel mit Falschberatungen, wie zum Beispiel mangelhafte Risikoaufklärung oder irreführende Produktdarstellung, in Beziehung. Das erklärte Bafin-Sprecherin Anja Schuchardt auf Anfrage von Cash-Online.

Falschberatung: mangelhafte Risikoaufklärung & irreführende Produktdarstellung

Mittlerweile hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht begonnen die Beschwerden im Beraterregister eingehend zu prüfen. Diese sollen speziell zu Auffälligkeiten untersuchen. Bei Häufungen von Beschwerdeanzeigen hätten, so die Bafin-Sprecherin, Mitarbeiter der Aufsichtsbehörde die betroffenen Filialen besucht und gezielte Vor-Ort-Interviews mit dem Vertriebspersonal durchgeführt.

Bafin-Mitarbeiter prüfen betroffene Filialen

So war in Einzelfällen zu bemerken, dass sich einige Anlageempfehlungen an Vertriebsvorgaben orientierten. Die Finanzdienstleistungsaufsicht will diese Fälle weiter im Auge behalten. Sanktionen in Form von Verwarnungen oder gar einzelnen Mitarbeitern von Unternehmen die Arbeit zu untersagen, hat es indes noch nicht gegeben.

Ende 2012 hatte die Bafin das Beraterregister eingeführt. In diesem sind Anlageberater, Vertriebs- und Compliance-Beauftragte sowie Kundenbeschwerden gelistet. Vor der Einführung waren Experten von ca. 300.000 meldepflichtigen Personen ausgegangen. Mittlerweile sind 176.000 Anlageberater, 27.500 Vertriebsbeauftragte und 2.500 Compliance-Beauftragte eingetragen.