Der 48-jährige Rook hat die Beschuldigungen bis zum Schluss abgestritten. Letztlich musste das Gericht feststellen, wessen Aussagen stimmen und wer lügt. Wie man dem Urteil entnehmen kann, vertraute das Gericht den Aussagen des Media-Markt-Regionalleiters Bruno Herter. Der hatte das Geld bereits großzügig ausgegeben - für schöne Autos und einen Zweitwohnsitz. Die Tat hatte er bereits der Polizei gestanden und bestätigte seine Aussage auch vor Gericht.

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Beiden Männern wurde Bestechung vorgeworfen. Bei in Media-Markt-Fiallialen verkauften DSL-Verträgen hatten sich beide schmieren lassen. Bestochen wurden sie von einem Unternehmer Peter N. aus Wetzlar. Als Gegenleistung bekamen dessen Unternehmen als einzige die Erlaubnis, DSL-Verträge in den Media-Markt-Ketten anzubieten. Durch die hohen Provisionen, die von den TK-Anbiern gezahlt wurden, hatte das Firmengeflecht des Peter N. aus Wetzlar fast 50 Millionen Euro eingenommen.

Eine Geldübergabe fand im Münchener Flughafen in einer Toilette statt. Ein ebenfalls angeklagter Mitarbeiter des Peter N. sagte aus, dass er verzweifelt nach einem Ort gesucht habe, um einen Umschlag mit 80.000 Euro zu übergeben. Schließlich sei er auf dem Flughafen-WC fündig geworden.

Die Ehefrau des angeklagten Regionalleiters, Alexandra Herter, beschuldigte im Prozess ihren Ehemann und gestand, von bestimmten Geldübergaben gewusst zu haben. Nach ihren Angaben fanden Geldübergaben auch in einem Münchener Hotel statt. Das Geld wurde hier zwischen den Seiten einer Zeitschrift übergeben.

Im August diesen Jahres waren die Vorfälle durch ein anonymes Schreiben an die Media-Saturn-Gruppe ans Licht gekommen. Der Media-Markt reagierte sofort mit der Entlassung der beiden Manager und informierte die Staatsanwaltschaft.

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Die Anwälte von Rook kritisierten das Urteil und kündigten an, Revision am Bundesgerichtshof einzulegen. Das Urteil sei auf Basis einer „grob fehlerhaften Beweiswürdigung“ gefällt worden, so die Anwälte. Angeklagt waren insgesamt sechs Personen. Michael Rook stritt die Vorwürfe bis zum Schluss ab, die anderen Angeschuldigten waren geständig und belasteten den Ex-Chef der Media Markt Kette in Deutschland.