Ein wichtiger Schritt, denn schon heute sind in Deutschland rund 1,4 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. Für 2050 wird ein Anstieg auf 3 Millionen Demenzkranke prognostiziert. Demenz ist für die Finanzierung von Pflegebedürftigkeit somit von besonderer Bedeutung, denn fallen Pflegebedürftigkeit und Demenz zusammen, sind erhebliche Mehraufwendungen die Folge. Neben den pflegerischen und hauswirtschaftlichen Hilfen treibt der enorme Betreuungsaufwand die Kosten nach oben.

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„Diese Entwicklung haben wir bei der Einführung der DFV-DeutschlandPflege bereits vorhergesehen. Auch wenn die Pflegereform als große Hilfestellung für Demenzkranke bezeichnet wird, darf nicht vergessen werden, dass der Beitrag aus der gesetzlichen Pflegeversicherung gerade bei demenzbedingter Pflege noch immer zu niedrig sein wird. Erst recht bei stationärer Pflege, bei der Pflegebedürftige weiterhin keine zusätzlichen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung erhalten werden. Beim Thema Pflege handelt es sich daher nach wie vor um ein existenzgefährdendes Risiko“, betont Philipp J. N. Vogel, Vorstand der DFV Deutsche Familienversicherung AG für Vertrieb und Marketing.

Da das Alterseinkommen zusammen mit den Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung oft nicht ausreicht, werden schon heute rund 40 Prozent der Leistungsempfänger der gesetzlichen Pflegeversicherung in Pflegestufe III zum Sozialfall. Sind die Ersparnisse aufgebraucht, kann auch das Vermögen der Kinder herangezogen werden. „Hier sind daher Vorsorge-Konzepte gefragt, die sich konsequent am Bedarfsfall Demenz ausrichten“, so Vogel.

Auch Pflege-Bahr wird nur bedingt helfen

Die zweite wichtige Neuerung des Gesetzes, die Einführung einer staatlich geförderten Pflegezusatzversicherung, greift das Thema Demenz ebenfalls auf. So schreibt die Politik für die Förderung eines privaten Vorsorge-Produktes Leistungen im Demenzfall zwingend vor. Vogel sagt: „Pflege-Bahr ist im Grundsatz zu begrüßen. Dennoch halte ich es für gewagt, Pflege-Bahr als sichere Grundlage für die pflegerische Versorgung zu bezeichnen.“ Der Abschluss einer geförderten Versicherung wird das Finanzierungsproblem im Pflegefall in den meisten Fällen nach wie vor nicht vollständig lösen. Pflege-Bahr-Produkte können die private Pflegevorsorge als dritte Säule vielmehr nur ergänzen. „Der Verbraucher läuft somit Gefahr, die Reformbemühungen der Politik als ausreichend zu beurteilen. Die gesetzliche Pflegeversicherung wird auch in Zukunft eine Teilkasko-Lösung bleiben. Anstatt sich auf die Schultern zu klopfen, wäre Aufklärungsarbeit wichtig, damit die Notwendigkeit vorzusorgen erkannt wird“, kommentiert Vogel. Gerade in der Pflegevorsorge gilt: je früher, desto günstiger. Wartet der Kunde zu lange, kann er sich eine Vorsorge aufgrund hoher Beiträge unter Umständen schlichtweg nicht mehr leisten.