Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung, die auf einer Online-Befragung* von rund 3.550 Beschäftigten aus verschiedenen Berufen und Tätigkeitsbereichen in der Kranken- und Altenpflege basiert. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Prinzipien 'Faire Löhne' und 'Gute Arbeit' im Pflegesektor noch keineswegs zufriedenstellen umgesetzt sind", sagt WSI-Tarifexperte Dr. Reinhard Bispinck.

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Das Bruttomonatseinkommen in Pflegeberufen beträgt ohne Sonderzahlungen auf Basis einer 38-Stunden-Woche durchschnittlich 2.360 Euro. Am besten bezahlt werden Operationsschwestern und -pfleger. Sie bekommen monatlich im Schnitt 3.066 Euro. Am geringsten fällt das Monatseinkommen der Helfer/innen in der Krankenpflege aus. Sie müssen mit 1.828 Euro auskommen. Die Zufriedenheit mit der Bezahlung fällt mit einem Wert von 2,4 auf einer Skala von 1 bis 5 im Durchschnitt der Beschäftigten gering aus.

Mit ihrer Arbeit sind die Beschäftigen durchaus zufrieden. Insgesamt wird die Zufriedenheit mit der Arbeit mit einem Wert von 3,3 deutlich besser bewertet. Jedoch liegt diese knapp unter dem Durchschnitt aller Berufe (3,4). Die Arbeit in der Pflege wird in der Regel als sehr stressig (4,0) und auch als körperlich oft sehr erschöpfend (3,8) eingeschätzt. Allerdings empfinden die Beschäftigten in der Pflege ihre Arbeit nur selten als monoton und langweilig (1,9).

In den Pflegeberufen bestehen wie auch bei den Beschäftigten insgesamt deutliche Unterschiede bei den Einkommen zwischen Frauen und Männern, befristet und unbefristeten Beschäftigten sowie zwischen West- und Ostdeutschland. Einkommensrelevant sind außerdem Berufserfahrung sowie die Tarifbindung der Betriebe.

Im Pflegebereich verdienen die Frauen im Durchschnitt 11,7 Prozent weniger als die Männer. Frauen verdienen im Durchschnitt monatlich 2.268 Euro, Männer verdienen mit 2.567 Euro rund 300 Euro mehr.

Im Vergleich zwischen befristet und unbefristeten Beschäftigten schneiden die unbefristet Beschäftigten, mit durchschnittlich 18 Prozent mehr Einkommen, deutlich besser ab. Besonders hoch ist der Anteil der befristet Beschäftigten in den gering bezahlten Tätigkeiten, wie Helfer/innen und Altenpfleger/innen. Einen hohen Stellenwert hat die Berufserfahrung. So erhalten Beschäftigte mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung im Schnitt nur 2.012 Euro. Ab 10 bis 14 Jahren Berufserfahrung sind es bereits rund 2.346 Euro und bei über 30 Jahren Berufserfahrung klettert das Einkommen auf rund 2.657 Euro.

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Während in Westdeutschland Beschäftigte in Pflegeberufen durchschnittlich 2.464 Euro erhalten, verdienen Beschäftigte in den neuen Bundesländern lediglich 2.016 Euro und damit rund 18 Prozent weniger als ihre Kollegen/innen in den alten Bundesländern. Dabei profitieren viele Beschäftigte in Pflegeberufen stark von der Tarifbindung. In Betrieben, für die ein Tarifvertrag gilt, liegt ihr Monatseinkommen mit durchschnittlich 2.597 Euro knapp 19 Prozent über dem Gehalt ihrer Kolleginnen und Kollegen in nicht tarifgebundenen Betrieben mit 2.118 Euro.