Zum 01. Januar 2012 startete die Bundesregierung ihre umstrittene Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre – Während Befürworter auf niedrige Geburtenraten und eine zunehmende Zahl an Pensionären verweisen, die eine Herausforderung für die Sozialkassen darstellen, geben Kritiker zu bedenken, dass schon zum jetzigen Zeitpunkt viele Arbeitnehmer der Generation Ü50 kaum einen vollwertigen Job finden. Doch laut einem Bericht der Bild-Zeitung könnten die EU-Bürger zukünftig sogar noch länger arbeiten müssen – demnach empfehle die EU-Kommission eine Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung.

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Die Anbindung des Rentenalters an die Lebenserwartung könne dazu beitragen, „die Balance zwischen Arbeitsjahren und Rentenjahren zu stabilisieren“, zitiert das Boulevardblatt aus dem bisher unveröffentlichten EU-Papier „Weißbuch Rente“ - Dies sei notwendig für die Zukunftsfähigkeit der Europäischen Union. Vor allem aber entpuppt sich der Vorschlag als riesiges Sparprogramm. Ungefähr die Hälfte der Belastungen, die den Rentenkassen durch die Alterung der Gesellschaft entstehen, sollen durch die neue Regelung eingespart werden. Laut Bild will die EU zusätzlich alle Vorruhestandsregelungen drastisch einschränken oder abschaffen.

Für Deutschland könnte dies bedeuten, dass das Renteneintrittsalter noch über die angestrebte Grenze von 67 Jahren steigt. Neu sind die Pläne der EU-Kommission jedoch nicht: Bereits im Jahr 2010 hatten mehrere Medien übereinstimmend berichtet, dass Brüssel eine deutliche Verlängerung der Lebensarbeitszeit in einem Grünbuch empfehle. Das Rentenalter solle derart angehoben werden, dass nicht mehr als ein Drittel des Erwachsenenlebens im Ruhestand verbracht werde.

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Damit wird die Rente auch zukünftig europaweit für Diskussionen sorgen – In vielen Ländern wird im Zuge der Eurokrise über eine Anhebung der Altersgrenze diskutiert. Vor wenigen Tagen hatte etwa der schwedische Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt bei seinen Landsleuten für Empörung gesorgt, weil er vorschlug, die Rente erst ab einem Alter von 75 Jahren zu zahlen. Auch Angela Merkel hatte im Mai 2011 ein einheitliches Renteneintrittsalter für Europa gefordert.