Während gut drei Viertel von der Politik eine strengere Regulierung der Rohstoffmärkte fordern, sehen zwei Drittel die Institute selbst in der Verantwortung: 66 Prozent der Bundesbürger erwarten, dass die Deutsche Bank und andere Geldhäuser von sich aus, unabhängig von politischen Maßnahmen, aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln aussteigen.

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Nur 11 Prozent der Befragten halten es für legitim, wenn etwa die Deutsche Bank Anlagen anbietet, bei denen auf Preise für Nahrungsmittel gewettet wird. Viele Bankkunden wollen auch persönliche Konsequenzen ziehen, falls sie erfahren, dass ihre Bank sich an solchen Geschäften beteiligt. So möchte jeder Zweite (49 Prozent) alle Anlagen kündigen, bei denen Geld in die Spekulation mit Nahrungsmitteln fließt. Ebenfalls 49 Prozent der Befragten wollen darüber nachdenken, ihr Konto bei dieser Bank zu kündigen und zu einem anderen Institut zu wechseln. 43 Prozent würden Bekannten davon abraten, Kunde bei dieser Bank zu werden.

Gegenüber foodwatch hat die Deutsche Bank mittlerweile erklärt, der Vorstand wolle bis Ende Januar 2012 über einen Ausstieg aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln entscheiden. Eine internationale Arbeitsgruppe des Geldinstituts prüfe derzeit die Auswirkungen der Geschäfte in Reaktion auf den Report "Die Hungermacher". Darin hatte foodwatch am 18. Oktober Belege für den Zusammenhang zwischen der Spekulation mit Rohstoffen und steigenden Nahrungsmittelpreisen und damit Hungerkrisen veröffentlicht.

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Im Auftrag von foodwatch hatte Forsa am 7. und 8. November 1.001 Menschen bevölkerungsrepräsentativ für Deutschland befragt.