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Im Dezember 2025 wurde das finanzielle Ausmaß der Finanzkrise beim Versorgungswerk der Berliner Zahnärztekammer (VZB) bekannt. Nach vorläufigen Berechnungen erwartet das VZB einen Verlust von rund 1,1 Milliarden Euro. Einhergehend damit hätte sich das Anlagevermögen nahezu halbiert. Die Misere scheint das Ergebnis mehrerer Jahre riskanter Anlagepolitik zu sein. Nachdem die Renditen sicherer Anlagen sanken, wurden offenbar zunehmend Investments getätigt, die nicht zum Risikoprofil eines Versorgungswerks passen. Darunter befanden sich etwa Ferienresorts auf Ibiza, Hotelprojekte und Beteiligungen an digitalen Versicherern.

Daraufhin war das Versorgungswerk juristisch gegen die Verantwortlichen vorgegangen. Mit einer beim Berliner Kammergericht eingereichten Feststellungsklage wollte der Pensionsfonds mögliche Schadensersatzansprüche klären lassen. Die Klage richtet sich gegen insgesamt zwölf Parteien. Darunter befinden sich Berater, frühere Funktionsträger des Versorgungswerks sowie das Land Berlin.

Nun verschärfen sich die Vorwürfe im Anlageskandal um das Versorgungswerk. Denn die Generalstaatsanwaltschaft Berlin ermittelt gegen 18 frühere Gremienmitglieder und Führungskräfte des Versorgungswerks. Ihnen wird vorgeworfen, durch zahlreiche Anlageentscheidungen Vermögenswerte von insgesamt mehr als 230 Millionen Euro veruntreut zu haben. Zur Aufklärung ließ die Behörde inzwischen zahlreiche E-Mail-Postfächer des Versorgungswerks auswerten. Darüber berichtet das "Handelsblatt"

Nach Angaben der Sonderprüfer beläuft sich der mutmaßliche Gesamtschaden inzwischen auf mehr als eine Milliarde Euro und damit nahezu die Hälfte des früheren Vermögens des Versorgungswerks. Betroffen sind rund 11.000 Zahnärzte in Berlin, Brandenburg und Bremen, denen Kürzungen ihrer Renten und Anwartschaften drohen.

Im Zentrum der Ermittlungen stehe die Anlagestrategie des Versorgungswerks. Um trotz des Niedrigzinsumfelds höhere Renditen zu erzielen, setzte das VZB zunehmend auf Direktinvestments.

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Nach dem Durchsuchungsbeschluss konzentrieren sich die Ermittlungen auf mehrere Anlageentscheidungen. Den größten Einzelkomplex bilden Investitionen von rund 200 Millionen Euro in die 12.18 Investment Management GmbH. Nach Ansicht der Ermittler wurden dort trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten und bilanzieller Überschuldung erhebliche Darlehen und Beteiligungen bewilligt. Teilweise soll das Versorgungswerk sogar unbesicherte und nachrangige Darlehen vergeben haben, die gegen die eigenen Anlagegrundsätze verstoßen hätten.

Für die Versicherungsbranche besonders interessant sind die Vorwürfe rund um die Beteiligung an der inzwischen insolventen Element Insurance AG. Das VZB hatte sich mit 51,1 Millionen Euro an dem Insurtech beteiligt. Nun prüfen die Ermittler, ob die Verantwortlichen auch bei diesem Investment ihre Pflichten verletzt haben könnten. Weitere Verdachtsmomente betreffen Investitionen in die Engel & Völkers Capital AG sowie Darlehen an ein Logistikunternehmen. Den Ermittlern zufolge sollen teilweise weder ausreichende Bonitäts- noch Due-Diligence-Prüfungen vorgenommen worden sein.

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Besondere Aufmerksamkeit richteten die Ermittler auf interne E-Mails. So soll der damalige Vorsitzende des Verwaltungsausschusses, Ingo Bora Rellermeier, ein Investment bereits Anfang 2024 selbst als „Desaster“ und „Millionengrab“ bezeichnet haben. Rellermeiers Anwalt weist gegenüber dem "Handelsblatt" strafbares oder pflichtwidriges Verhalten zurück und verweist darauf, dass sein Mandant weder allein über Investments entschieden habe noch für sämtliche Anlageentscheidungen persönlich verantwortlich gewesen sei.