Camping erfreut sich in Deutschland ungebrochener Beliebtheit. Die Zahl der Wohnmobile und Wohnwagen auf deutschen Straßen wächst seit Jahren kontinuierlich. Allein 2024 wurden mehr als 96.000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen. Damit zählt das vergangene Jahr zu den erfolgreichsten der Branchengeschichte. Mit dem Boom steigt jedoch auch das Risiko finanzieller Schäden. Viele Camper gehen davon aus, dass Hausrat-, Reisegepäck- oder Kfz-Versicherungen automatisch umfassenden Schutz bieten. Doch genau hier lauern oft erhebliche Deckungslücken.

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„Wer mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs ist, sollte wissen, dass viele Schäden oder Diebstähle nicht automatisch über die Hausrat- oder Reisegepäckversicherung abgedeckt sind“, warnt Alexander Held, Kfz- und Versicherungsexperte bei der Verti Versicherung AG. „Gerade bei hochpreisigen Fahrzeugen oder teurer Ausstattung kann ein mangelhafter Versicherungsschutz schnell zum finanziellen Problem werden.“

Ein häufiger Irrtum betrifft den Schutz des mitgeführten Inventars. Während die Hausratversicherung in den eigenen vier Wänden den beweglichen Besitz absichert, gelten diese Leistungen auf Reisen oftmals nur eingeschränkt. Zwar umfassen manche Policen Gegenstände in Fahrzeugen, häufig jedoch nur bei Pkw und mit begrenzten Entschädigungsgrenzen. Auch Reisegepäckversicherungen helfen oftmals nur während des Transports, nicht jedoch während des Aufenthalts auf dem Campingplatz. „Wer sich auf diese Standardlösungen verlässt, steht im Ernstfall schnell ohne ausreichende Absicherung da“, so Held.

Inhaltsversicherung schließt wichtige Lücken

Für Wohnmobil- und Wohnwagenbesitzer kann deshalb eine spezielle Inhaltsversicherung sinnvoll sein. Diese schützt das Inventar gegen Risiken wie Diebstahl, Feuer sowie Sturm-, Hagel- oder Wasserschäden. Versichert werden können – je nach Tarif – neben Kleidung und Hausrat auch elektronische Geräte wie Smartphones, Kameras oder Laptops sowie Freizeit- und Sportausrüstung.

„Eine spezielle Inhaltsversicherung. Sie sichert das Inventar des Wohnmobils oder Wohnwagens gegen Diebstahl, Feuer, Sturm-, Hagel- und Wasserschäden ab. Je nach Tarif sind neben Kleidung und Hausrat auch Elektronik wie Laptop, Kamera oder Smartphone sowie Sportgeräte wie Fahrräder, Kajaks oder Surfboards abgesichert", erklärt Held. "Wichtig ist zu wissen, dass Gegenstände im Vorzelt oder Wertgegenstände wie Bargeld und Schmuck häufig ausgeschlossen sind."

Unverzichtbar bleibt die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung. Sie deckt Schäden ab, die Dritten durch das Fahrzeug entstehen. Darüber hinaus empfehlen Experten einen Kaskoschutz. Während die Teilkaskoversicherung unter anderem Schäden durch Feuer, Sturm, Hagel, Wildunfälle oder Diebstahl übernimmt, schützt die Vollkasko zusätzlich bei selbstverschuldeten Unfällen und Vandalismus.

Vorsicht bei gemieteten Wohnmobilen

Besondere Aufmerksamkeit sollten Urlauber walten lassen, wenn sie ein Wohnmobil mieten. Zwar verfügen gewerbliche Vermieter in der Regel über entsprechende Versicherungen. Dennoch empfiehlt sich ein genauer Blick in die Vertragsunterlagen. Noch kritischer wird es bei privaten Vermietungen über Online-Plattformen oder Kleinanzeigen. Hier muss das Fahrzeug als Selbstfahrer-Vermietfahrzeug zugelassen sein und über einen entsprechenden Versicherungsschutz verfügen. Fehlt diese Voraussetzung, kann der Versicherungsschutz im Schadenfall entfallen.

Auch hochwertige Fahrräder und E-Bikes stellen für viele Camper ein Risiko dar. Besonders bei Rädern, die auf Heckträgern transportiert werden, bestehen häufig Versicherungslücken.„Befinden sich die Räder auf einem Heckträger, sind sie in vielen Tarifen nicht versichert“, warnt Held. Wer teure E-Bikes oder Rennräder mit auf Reisen nimmt, sollte deshalb prüfen, ob eine spezielle Fahrradversicherung oder ein zusätzlicher Versicherungsbaustein sinnvoll ist.