Die geplante Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge stößt auf ein grundlegendes Problem. Denn vielen Menschen in Deutschland fehlt das nötige Wissen über die geplanten Änderungen. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Studie der BarmeniaGothaer. Demnach hat rund ein Drittel der Bevölkerung bislang noch nichts von den Reformplänen gehört. Während insgesamt 67 Prozent der Befragten angeben, die Reform zumindest wahrgenommen zu haben, steigt der Bekanntheitsgrad deutlich mit dem Alter. Bei den 18- bis 29-Jährigen hat hingegen mehr als die Hälfte noch nie von der Altersvorsorgereform und den daraus resultierenden neuen Produkten gehört.

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„Über die Hälfte der 18- bis 29-Jährigen haben noch nie etwas von der Altersvorsorgereform und den daraus resultierenden neuen Produkten gehört. Das zeigt, dass die zentralen Zielgruppen – bei denen frühzeitige Weichenstellungen für ihre Altersvorsorge entscheidend sind – bisher nicht ausreichend erreicht wurden“, sagt Alina vom Bruck, Vorständin der Lebensversicherung bei der BarmeniaGothaer.

Doch selbst unter denjenigen, die von den Reformplänen bereits gehört haben, herrscht große Unsicherheit. Rund 65 Prozent bewerten ihren Kenntnisstand zu Inhalten und Auswirkungen der Reform als eher schlecht oder sehr schlecht. Auffällig sind dabei die Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Während 57 Prozent der Männer ihren Informationsstand kritisch einschätzen, liegt dieser Wert bei Frauen sogar bei 72 Prozent. „Wenn Wissen und Zugang fehlen, steigt das Risiko, dass Vorsorgechancen ungenutzt bleiben. Das widerspricht auch dem zentralen Ziel der Reform, die Durchdringung der privaten Altersvorsorge zu erhöhen“, warnt vom Bruck.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Denn die Erwartungen an die künftigen Produkte sind überwiegend skeptisch. Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) rechnen mit komplexen oder sogar sehr komplexen Lösungen. Lediglich 21 Prozent erwarten einfache und leicht verständliche Produkte. „Wenn eine klare Mehrheit bereits vor Einführung der Produkte von hoher Komplexität ausgeht, zeigt das, wie groß der Bedarf an verständlicher Beratung und einfacher Strukturierung sein wird“, erklärt die BarmeniaGothaer-Vorständin.

Interessant ist der Blick auf den erwarteten Beratungsbedarf. Immerhin 69 Prozent der Befragten gehen davon aus, wenig oder gar keine Unterstützung zu benötigen. Doch gerade die jüngere Generation sieht einen deutlich höheren Bedarf an Orientierung. Unter den 18- bis 29-Jährigen hält jede zweite Person eine intensive Beratung für notwendig. Mit zunehmendem Alter sinkt dieser Wert kontinuierlich. „Altersvorsorge ist heute deutlich komplexer organisiert als noch vor einigen Jahrzehnten. Während frühere Generationen stärker auf klar strukturierte Systeme vertrauen konnten, sehen sich jüngere Menschen heute mit einer Vielzahl von Optionen und Entscheidungen konfrontiert“, erklärt vom Bruck.

Folglich könnten verständliche Informationen und professionelle Beratung ein entscheidender Erfolgsfaktoren für die Reform werden. Nur wenn Verbraucher die neuen Möglichkeiten verstehen und richtig einordnen können, werde die Reform ihr Ziel erreichen. „Beratung kostet zwar Geld, doch Fehlentscheidungen können langfristig deutlich teurer sein“, betont vom Bruck.