Hintergrund: Anders als Versicherer oder Banken stehen Finanzvertriebe typischerweise nicht für einzelne selbst entwickelte Produkte. Ihr Geschäftsmodell besteht vielmehr darin, Produkte verschiedener Anbieter zu vermitteln und daraus individuelle Finanz- und Vorsorgekonzepte zusammenzustellen. Die Qualität dieser Lösungen ergibt sich daher häufig aus dem Zusammenspiel mehrerer Produktbausteine. Umso interessanter ist die Frage, welche Finanzvertriebe aus Sicht ihrer Kunden dennoch besonders häufig mit ihren Produkten beziehungsweise Produktlösungen überzeugen.

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Vor diesem Hintergrund lohnt ein Blick auf die aktuelle Studie „Produkt-Champions“. Im Rahmen der branchenübergreifenden Untersuchung haben ServiceValue und die WELT 2.276 Unternehmen und Marken aus 144 Branchen anhand von Kundenurteilen bewertet. Die Finanzvertriebe bilden dabei eine eigene Branche innerhalb des Rankings. Versicherungsbote stellt die bestplatzierten Anbieter der Kategorie in einer Bildstrecke vor.

Was wurde untersucht?

Die Auswertung ist Teil der Studienreihe „Produkt-Champions“, die ServiceValue gemeinsam mit der WELT branchenübergreifend durchführt. Für die aktuelle Untersuchung wurden insgesamt 2.276 Unternehmen und Marken aus 144 Branchen bewertet. Die Finanzvertriebe bilden dabei eine eigenständige Kategorie innerhalb des Rankings.

Anders als viele andere Untersuchungen des Kölner Ratingunternehmens arbeitet diese Studie nicht mit mehrstufigen Bewertungs- oder Zufriedenheitsskalen. Stattdessen erhalten die Teilnehmer eine Auswahl von Unternehmen und Marken zur Bewertung und werden gefragt:

„Bitte geben Sie an, welche Unternehmen beziehungsweise Marken Sie persönlich über die Qualität ihrer Produkte begeistern.“

Den Teilnehmern wurde dabei jeweils eine Auswahl von Unternehmen und Marken zur Bewertung vorgelegt. Für jedes Unternehmen konnten sie angeben, ob dieses sie über die Qualität seiner Produkte begeistert (Ja) oder nicht (Nein). Zusätzlich bestand die Möglichkeit, anzugeben, dass ein Unternehmen nicht bekannt ist beziehungsweise nicht beurteilt werden kann.

Aus den abgegebenen Bewertungen wird der sogenannte Product Benefit Score (PBS) berechnet. Dieser gibt den Anteil der Befragten an, die angaben, von den Produkten eines Unternehmens begeistert zu sein. Auf Grundlage dieses Wertes werden die Unternehmen innerhalb ihrer jeweiligen Branche gerankt. Unternehmen, die zum besten Drittel ihrer Branche gehören, erhalten einen Gold-Rang. Das jeweils bestplatzierte Unternehmen einer Branche wird darüber hinaus als Branchengewinner ausgewiesen.

Nach Angaben von ServiceValue ist der PBS branchenübergreifend vergleichbar. Die veröffentlichten Ergebnisse werden jedoch überwiegend auf Branchenebene ausgewiesen. Für die Einordnung der Finanzvertriebe ist daher vor allem die Platzierung innerhalb der eigenen Kategorie maßgeblich.

Was die Studie zeigen kann – und was nicht

Die Ergebnisse zeigen, welche Finanzvertriebe bei den Befragten besonders häufig positive Urteile über ihre Produkte beziehungsweise Produktlösungen erzielen. Erfasst wird dabei nicht die tatsächliche Qualität einzelner Finanzprodukte, sondern die Wahrnehmung der Teilnehmer.

Dabei ist zunächst zu beachten, dass die Studie keine klassische Kundenbefragung im engeren Sinne darstellt. Zwar berücksichtigt ServiceValue nach eigenen Angaben nur Urteile von Personen, die die Produkte eines Unternehmens kennen und beurteilen können. Ein formaler Nachweis einer aktuellen oder früheren Kundenbeziehung ist in der Methodik jedoch nicht vorgesehen. Die Ergebnisse spiegeln daher die Einschätzungen von Personen wider, die sich ein Urteil zutrauen, nicht zwingend von tatsächlichen Kunden.

Hinzu kommt, dass Finanzprodukte für Verbraucher oft nur eingeschränkt vergleichbar sind. Anders als Vermittler, Analysten oder Fachjournalisten verfügen die meisten Kunden nur über begrenzte Vergleichsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Tarifen, Fonds, Vorsorgelösungen oder Finanzkonzepten. Ob ein Produkt tatsächlich günstiger, leistungsstärker oder langfristig erfolgreicher ist als konkurrierende Angebote, lässt sich häufig erst nach Jahren beurteilen.

Gerade bei Finanzvertrieben kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Die Unternehmen stehen in der Regel nicht für einzelne Produkte, sondern für Lösungen, die aus mehreren Produktbausteinen unterschiedlicher Anbieter bestehen. Die Bewertung dürfte daher oft nicht auf einem einzelnen Produkt beruhen, sondern auf dem Gesamteindruck aus Produkterfahrung, Beratung, Betreuung und Markenwahrnehmung.

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Die Studie liefert damit vor allem einen Einblick in die Wahrnehmung und Reputation der von Finanzvertrieben vermittelten Produktlösungen. Aussagen über die tatsächliche Qualität der vermittelten Produkte, die Güte der Beratung oder die langfristige Eignung empfohlener Finanzlösungen lassen sich daraus hingegen nicht ableiten. Weitere Ergebnisse sowie ein Studiensteckbrief sind auf der ServiceValue-Webseite verfügbar.