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Wie stabil sind Deutschlands private Krankenversicherer aufgestellt? Dieser Frage ist Metzler Ratings in einer neuen Analyse nachgegangen und hat die 25 größten privaten Krankenversicherer anhand ihrer Jahresabschlüsse 2024 untersucht. Dabei erreichten mit der Inter und der Allianz nur zwei Anbieter die Spitzennote AA+.

Im Gesamtrating, das Sicherheitsmittel und Ertragskraft gleichgewichtet berücksichtigt, landen Inter und Allianz auf Platz eins. Dahinter folgt Ergo mit AA. Vier weitere Versicherer erzielen A+: ARAG, Continentale, Signal Iduna und Universa. Am unteren Ende des Rankings finden sich dagegen Debeka mit BB sowie Axa, HUK und Süddeutsche mit jeweils B+.

Hintergrund der Untersuchung ist das weiterhin anspruchsvolle Kapitalmarktumfeld. Zwar seien die stillen Lasten der 25 größten PKV-Anbieter von 10,73 Milliarden Euro Ende 2023 auf 8,37 Milliarden Euro gesunken. Dennoch belasten sie nach Einschätzung der Analysten weiterhin die Finanzkraft einzelner Häuser.

„Insgesamt ist die Situation der Krankenversicherer zwar noch immer nicht rosig“, urteilt Marco Metzler, Gründer und Geschäftsführer von Metzler Ratings. „Jedoch ist sie auch nicht als ernst oder gar existenzbedrohend einzustufen.“

Während einige Versicherer laut Studie bereits wieder stille Reserven aufgebaut hätten, wiesen andere weiterhin hohe stille Lasten auf. Genannt werden unter anderem Gothaer, Süddeutsche, Hallesche und Axa.

Krankenversicherer mit Gesamtergebnis

  1. Inter – Note 1,5 (AA+)
  2. Allianz Private – Note 1,5 (AA+)
  3. ERGO – Note 2,0 (AA)
  4. Signal Iduna – Note 2,5 (A+)
  5. Continentale – Note 2,5 (A+)
  6. Universa – Note 2,5 (A+)
  7. ARAG – Note 2,5 (A+)
  8. Barmenia – Note 3,0 (A)
  9. LVM – Note 3,0 (A)
  10. Münchener Verein – Note 3,0 (A)
  11. Württembergische – Note 3,0 (A)
  12. Hanse Merkur – Note 3,0 (A)
  13. LKH – Note 3,0 (A)
  14. Alte Oldenburger – Note 3,5 (BBB+)
  15. Bayerische Beamten – Note 3,5 (BBB+)
  16. R+V – Note 3,5 (BBB+)
  17. DKV – Note 4,0 (BBB)
  18. Union – Note 4,0 (BBB)
  19. Generali – Note 4,5 (BB+)
  20. Hallesche – Note 4,5 (BB+)
  21. Debeka – Note 5,0 (BB)
  22. Axa – Note 5,5 (B+)
  23. HUK – Note 5,5 (B+)
  24. Süddeutsche – Note 5,5 (B+)

Die Sicherheitsmittelquote – also das Verhältnis von Eigenkapital, freien Rückstellungen für Beitragsrückerstattung sowie stillen Lasten oder Reserven zum Kapitalanlagebestand – schwankt erheblich. Sie reicht von 13,2 Prozent bei der ARAG bis in den negativen Bereich bei mehreren Gesellschaften.

Auch bei der Nettorendite der Kapitalanlagen zeigen sich deutliche Unterschiede. Inter erreicht hier 3,9 Prozent, Allianz 3,6 Prozent. Am unteren Ende rangieren Union mit 1,9 Prozent sowie ARAG, Bayerische Beamten und HUK mit jeweils 2,1 Prozent. „Solch geringe Anlagerenditen reichen nicht mal für den Kapitalerhalt“, mahnt Metzler.