Die W&W-Gruppe hat ihre Jahreszahlen für 2025 vorgelegt. Die letzten beiden Jahre musste das börsennotierte Unternehmen deutliche Rückgange beim Konzernüberschuss hinnehmen. Mit dem aktuellen Ergebnis hat die Versicherungsgruppe die schlechten Nachrichten offenbar hinter sich gelassen. Vor allem die Schaden- und Unfallversicherung zeigt eine klare Erholung.

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Die Gruppe hat einen deutlichen Ergebnissprung erzielt. Das IFRS-Konzernergebnis legte um mehr als das Dreifache auf 121 Millionen Euro zu (2024: 35 Millionen Euro). Auch im Einzelabschluss nach HGB konnte das Unternehmen zulegen: Das Ergebnis stieg auf 146 Millionen Euro nach 135 Millionen Euro im Vorjahr. Die Dividende soll mit 65 Cent je Aktie stabil bleiben.

Als Hauptgrund für die Verbesserung nennt das Unternehmen vor allem ein starkes Neugeschäft sowie eine deutlich verbesserte Schadenentwicklung. Nach den hohen Belastungen durch Unwetter und Kostensteigerungen im Vorjahr zeigt sich der Konzern damit wieder klar stabilisiert. „2025 haben wir ein eindeutig starkes Ergebnis erzielt. Wir sind damit nach dem durch Unwetterereignisse belasteten Jahr 2024 zurück auf unserem nachhaltigen Kurs“, sagt Vorstandschef Jürgen A. Junker.

Im Geschäftsfeld Wohnen entwickelte sich das Neugeschäft insgesamt positiv. Das Volumen aus Baufinanzierungen, Modernisierungen und Eigenkapitalaufbau stieg um 5,2 Prozent auf 16,49 Milliarden Euro. Auch das Kreditneugeschäft legte zu und erreichte 5,4 Milliarden Euro nach 4,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Damit konnte Wüstenrot seine Marktposition weiter festigen. Die Bausparkasse entwickelte sich stabil. Das Brutto-Neugeschäft lag mit 11,07 Milliarden Euro leicht über dem Vorjahreswert. Gegen den Markttrend konnte Wüstenrot damit Marktanteile hinzugewinnen.

Schaden- und Unfallversicherung deutlich verbessert

Die Schaden- und Unfallversicherung zeigte 2025 eine klare Trendwende. Die Combined Ratio verbesserte sich deutlich von 102,7 Prozent auf 86,2 Prozent und liegt damit wieder klar im profitablen Bereich. Gleichzeitig konnte das Neu- und Ersatzgeschäft weiter ausgebaut werden. Der Jahresbestandsbeitrag stieg um 8,3 Prozent, wobei insbesondere das Kraftfahrtgeschäft sowie das Privatkundensegment zulegen konnten. Damit hat sich die Sparte nach den Belastungen des Vorjahres stabilisiert.

Auch in den Personensparten zeigt sich ein positives Bild. In der Lebensversicherung stieg die Beitragssumme des Neugeschäfts um 13,7 Prozent auf 3,69 Milliarden Euro. Besonders die betriebliche Altersvorsorge entwickelte sich erneut positiv. Das Neugeschäft insgesamt legte um 15,6 Prozent auf 535 Millionen Euro zu.

Die Krankenversicherung setzte ihren Wachstumskurs fort und steigerte den Jahresneubeitrag um 8,6 Prozent. Treiber bleibt hier insbesondere die betriebliche Krankenversicherung.

W&W-Ergebnisse in der Übersicht:

  • IFRS-Konzernergebnis steigt auf 121 Millionen Euro (mehr als verdreifacht)
  • HGB-Ergebnis wächst auf 146 Millionen Euro
  • Dividende bleibt stabil bei 65 Cent je Aktie
  • Neugeschäft im Geschäftsfeld Wohnen steigt um 5,2 Prozent auf 16,49 Milliarden Euro
  • Combined Ratio verbessert sich deutlich auf 86,2 Prozent
  • Lebensversicherung: Neugeschäft wächst um 13,7 Prozent
  • Krankenversicherung: Jahresneubeitrag steigt um 8,6 Prozent
  • Ausblick: Stabiler Kurs trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Nach dem starken Jahr 2025 blickt die W&W-Gruppe vorsichtig optimistisch auf das laufende Geschäftsjahr. Für 2026 wird ein IFRS-Konzernergebnis zwischen 120 und 150 Millionen Euro angestrebt. Gleichzeitig bleibt das Umfeld herausfordernd. Neben der anhaltenden Schwäche am Immobilienmarkt sieht sich der Konzern weiterhin mit Unsicherheiten an den Kapitalmärkten und steigenden Kosten konfrontiert. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzt W&W verstärkt auf Effizienzsteigerungen sowie den Ausbau digitaler Technologien – insbesondere Künstliche Intelligenz. „Wir begrüßen KI und verstehen sie als Chance, nicht als Bedrohung“, betont Junker.