Im September 2025 hatte der Maklerpool blau direkt aus der Kooperation mit der Maxpool-Gruppe einen Zusammenschluss gemacht. Damit wurde die Phönix Maxpool Gruppe AG Teil der blau direkt-Gruppe.

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Nun dockt ein weiterer Maklerpool bei blau direkt an. Denn das US-amerikanische Private-Equity-Unternehmen Warburg Pincus will nun bei der Netfonds AG zuschlagen. Eine Vereinbarung wurde bereits geschlossen. Bereits heute hat sich Warburg Pincus eine Beteiligung von rund 53 Prozent an Netfonds gesichert. Dazu zählen auch Anteile des aktuellen Managements sowie des Unternehmensgründers.

Zudem plant der Investor ein öffentliches Angebot zum Erwerb sämtlicher Netfonds-Aktien, die sich noch nicht in seinem Besitz befinden. Der Angebotspreis liegt bei 78,25 Euro je Aktie in bar. Damit erhalten Aktionäre eine Prämie von 64,4 Prozent auf den Schlusskurs vom 6. März 2026 sowie 78,3 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate. Die Angebotsunterlage markiert den Beginn einer sechswöchigen Annahmefrist, die bis zum 20. April 2026 läuft. Der Vollzug der Transaktion steht unter üblichen regulatorischen Vorbehalten.

Nach Abschluss des Angebots soll Netfonds von der Börse genommen werden. Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen die Transaktion ausdrücklich. Ein gesondertes Delisting-Angebot ist laut Unternehmen nicht erforderlich.

Technologieallianz mit Fokus auf KI

Parallel dazu geht Netfonds eine strategische Partnerschaft mit der blau direkt Gruppe ein. Beide Unternehmen sind künftig Schwestergesellschaften und sollen unter der gemeinsamen privaten Eigentümerstruktur zusammengeführt werden. Ziel der Allianz ist es, einen führenden Anbieter für Software- und Infrastrukturlösungen in der Finanz- und Versicherungsbranche aufzubauen.

Mit der geplanten Zusammenführung entsteht ein Unternehmen mit über 550 Millionen Euro Umsatz und rund 600 Mitarbeitenden, das insbesondere im Bereich digitaler Plattformen, Automatisierung und Infrastruktur für Finanz- und Versicherungsdienstleister wachsen soll.

Die strategischen Kompetenzen der Partner sollen sich dabei ergänzen. Während Netfonds vor allem Expertise im Investmentgeschäft, in regulatorischen Prozessen und im Plattformbetrieb einbringt, gilt blau direkt als Spezialist für automatisierte Prozesse im Versicherungsbereich.

Die beiden Unternehmen wollen ihre operative Eigenständigkeit jedoch behalten. Netfonds bleibt weiterhin mit Marke, Standort Hamburg und bestehender Unternehmenskultur erhalten und agiert künftig als komplementäre Schwestergesellschaft innerhalb der neuen Struktur.

Ausbau von Plattform- und Nachfolgelösungen

Für die angeschlossenen Partner beider Plattformen soll die Zusammenarbeit zusätzliche Vorteile bringen. Netfonds-Partner erhalten Zugang zu stärker automatisierten Versicherungsprozessen, während blau direkt seine Kunden künftig stärker mit Investmentlösungen unterstützen kann. Darüber hinaus soll die Integration der „Tjara“-Infrastruktur neue Lösungen für die Bestandsnachfolge im Investment- und Versicherungsbereich ermöglichen.

„Wir haben mit Netfonds eine Plattform geschaffen, die skalierbar, praxisnah, aber vor allem menschlich ist. In einem Markt, der technologisch getriebene Effizienz verlangt, ist diese Chance einzigartig und wir bündeln nun unsere Kräfte mit blau direkt", betont Martin Steinmeyer, Vorstandsvorsitzender der Netfonds AG. „Diese Partnerschaft ist ein Versprechen an den Markt, für unsere Partner und Kunden nicht nur Dienstleister, sondern der entscheidende Wettbewerbsvorteil der Zukunft zu sein. Wir bleiben uns treu, werden aber gemeinsam schneller, stärker und relevanter.“

"Versicherung und Investment wachsen technologisch zusammen. In der KI-Ära erschließen wir neue Potenziale und definieren gemeinsam das Betriebssystem der Branche. Wir verfügen über beste Voraussetzungen, Makler beim Einsatz von KI mit voller Kraft nach vorne zu bringen“, ergänzt Ait Voncke, CEO von blau direkt.