Die Sorge um die eigene finanzielle Situation im Alter ist bei vielen Frauen in Deutschland groß. Tatsächlich zeigen aktuelle Zahlen, dass Frauen im Ruhestand deutlich schlechter abgesichert sind als Männer. Rund um den Weltfrauentag rückt der Konzern Versicherungskammer deshalb das Thema finanzielle Unabhängigkeit im Alter stärker in den Fokus und sieht dabei auch Arbeitgeber in der Verantwortung.

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Im Durchschnitt erhalten Frauen in Deutschland rund 24 Prozent weniger Alterseinkommen als Männer. Werden Hinterbliebenenrenten nicht berücksichtigt, wächst die Differenz sogar auf nahezu 36 Prozent. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Gründe dafür sind unter anderem geringere Einkommen, häufigere Teilzeitbeschäftigung, längere Erwerbsunterbrechungen sowie eine höhere Lebenserwartung.

„Der Gender-Pension-Gap ist kein Randthema, sondern betrifft die finanzielle Lebensrealität von Millionen Frauen“, sagt Martin Fleischer, Vorstand im Konzern Versicherungskammer im Ressort Personenversicherung. „Wer heute für morgen plant, sichert nicht nur seine Existenz, sondern auch seine Unabhängigkeit im Alter.“

Finanzwissen und Kapitalanlage bleiben Herausforderungen

Neben strukturellen Faktoren spielt auch das Thema Finanzbildung eine Rolle. Eine Studie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zeigt, dass Frauen beim Wissen über Geldanlage, Vermögensaufbau und Altersvorsorge im Durchschnitt etwas schlechter abschneiden als Männer. So verlassen sich 32 Prozent der Frauen bei der Altersvorsorge auf ihre Partnerin oder ihren Partner, während dies bei Männern nur 21 Prozent tun. Gleichzeitig investieren Männer deutlich häufiger in Kapitalanlagen wie Aktien, Anleihen oder Fonds.

Für Fleischer ist deshalb klar: „Altersvorsorge ist kein Luxus, sondern ein Akt der Selbstfürsorge.“ Entscheidend sei vor allem, möglichst früh mit dem Sparen zu beginnen. „Je früher Frauen beginnen, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt. Auch kleine, regelmäßige Beträge können über die Jahre ein solides finanzielles Polster aufbauen.“

Neben privater Vorsorge kommt der betrieblichen Altersversorgung (bAV) eine zentrale Bedeutung zu. Gerade für Frauen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien oder Teilzeitphasen kann sie eine wichtige Ergänzung zur gesetzlichen Rente darstellen. Mit dem geplanten Betriebsrentenstärkungsgesetz II soll die Verbreitung der bAV weiter ausgebaut werden. Das gilt insbesondere im Mittelstand.

Nach Einschätzung der Versicherungskammer sollten Unternehmen betriebliche Vorsorgeleistungen stärker strategisch einsetzen. „bAV, betriebliche Krankenversicherung und Lebensarbeitszeitmodelle bilden den neuen Dreiklang moderner betrieblicher Vorsorge“, erklärt Frank A. Werner, Vorstand im Konzern Versicherungskammer im Ressort Personenversicherung. Ein umfassendes Vorsorgeangebot könne nicht nur Versorgungslücken schließen, sondern auch die Attraktivität von Arbeitgebern steigern. „Ein klug strukturiertes Vorsorgepaket schafft Sicherheit, motiviert und bindet Mitarbeitende“, so Werner.

Ein Vorteil der betrieblichen Altersvorsorge liegt in ihrer steuerlichen Förderung. Die Beiträge werden direkt aus dem Bruttogehalt finanziert, wodurch während der Ansparphase Steuern und auch Sozialabgaben reduziert werden können. Zusätzlich sind Arbeitgeber seit Einführung des Betriebsrentenstärkungsgesetzes verpflichtet, bei Entgeltumwandlungen einen Zuschuss von bis zu 15 Prozent des umgewandelten Beitrags zu leisten, sofern sie Sozialversicherungsbeiträge einsparen.

„Betriebliche Vorsorge ist mehr als ein Zusatzangebot. Sie ist Ausdruck gelebter Verantwortung und ein starkes Signal an Mitarbeiterinnen“, betont Werner. „Unternehmen, die Frauen aktiv beim Rentenaufbau unterstützen, stärken ihre Attraktivität im Wettbewerb um Fachkräfte und leisten zugleich einen konkreten Beitrag zu mehr Gleichberechtigung. Der Weltfrauentag ist ein guter Anlass, dieses Thema in den Unternehmen ganz oben auf die Agenda zu setzen.“