Für IT-Dienstleister wird das Haftungsrisiko immer greifbarer. Gegen rund zwei Drittel der Unternehmen wurden im vergangenen Jahr von Auftraggebern Vorwürfe wegen angeblicher Schlechtleistung erhoben. Das ist das Ergebnis einer aktuellen IT-Umfrage, die im Auftrag des Spezialversicherers Hiscox unter IT-Dienstleistungsunternehmen durchgeführt wurde.

Anzeige

Damit setzt sich ein deutlicher Trend fort: Bereits 2024 berichteten 61 Prozent der Befragten von entsprechenden Vorwürfen. Nun liegt der Anteil nochmals höher. Schlechtleistung ist damit längst kein Ausnahmefall mehr, sondern entwickelt sich zum strukturellen Branchenrisiko.

„Die Ergebnisse zeigen: Vorwürfe wegen Schlechtleistung sind längst kein Ausnahmefall mehr, sondern gehören zum ganz normalen Projektalltag vieler IT-Dienstleister“, erklärt Marc Thamm, Product Head Technology & General Liability bei Hiscox.

Die Vorwürfe treffen viele Unternehmen unerwartet und das selbst dann, wenn Projekte aus fachlicher Sicht korrekt umgesetzt wurden. Projektverzögerungen, unterschiedliche Erwartungshaltungen oder Kommunikationsprobleme können schnell in Haftungsdiskussionen münden. „Schon ein einzelner Konflikt kann ausreichen, um ein kleines oder mittelständisches Unternehmen nicht nur finanziell stark zu belasten“, so Thamm weiter. „Denn die Unterstellung angeblicher Schlechtleistung trifft IT-Dienstleister oft völlig unerwartet – da auch perfekte Arbeit nicht gegen Vorwürfe schützt.“

Gerade im Projektgeschäft mit komplexen IT-Infrastrukturen, Individualsoftware oder sicherheitsrelevanten Anwendungen stehen hohe Summen im Raum. Neben möglichen Schadensersatzforderungen kommen Anwalts- und Gerichtskosten hinzu. Das gilt selbst wenn sich Vorwürfe am Ende als unbegründet erweisen.

Vor diesem Hintergrund rückt die Absicherung von Vermögensschäden stärker in den Fokus. Anders als bei klassischen Sach- oder Personenschäden entstehen im IT-Bereich häufig reine Vermögensschäden. Diese entstehen etwa durch Systemausfälle, Datenverluste oder Projektverzögerungen. „Gerade deshalb ist eine passgenaue Absicherung in Form einer IT-Berufshaftpflicht so wichtig: Sie fängt nicht nur berechtigte Schäden auf, sondern schützt auch vor den finanziellen Folgen unbegründeter Forderungen und aufwendiger Rechtsstreitigkeiten“, betont Thamm.