Links von mir steht immer noch der Christbaum. Wollte ich heute rausräumen. Wollte. Jetzt ist kurz vor neun, und ich habe zwölf Stunden gearbeitet. Keine Kalenderakrobatik, kein Pseudo-Produktivsein, sondern abarbeiten. Überträge, Ablaufendes, Policierungen aus dem alljährlichen Kfz-Tanz, der jedes Jahr so tut, als käme er überraschend. Und vor allem: E-Mails ohne Ende löschen. Irgendwann ist das Postfach leer – und genau da merke ich: Jetzt geht 2026 wirklich los.

Anzeige

Neues Jahr, neuer Tag, und gleich mein erster Neukundentermin. Während ich über Weihnachten bewusst nicht gearbeitet habe, Spekulatius geknabbert wurden und ich mit meinen Kids Snowboard gefahren bin, kam der Termin trotzdem in meinen Kalender. Nicht, weil ich Glück hatte, sondern weil jemand mich schon kannte, bevor er mich brauchte. Genau das ist dieses Long-Term-Game, von dem alle reden – und doch die wenigsten wirklich spielen.

Das passiert nicht von allein. Sichtbarkeit ist kein Zufall und auch kein Talent. Sie ist Wiederholung. Haltung. Dranbleiben. Bei mir ist das ein Social-Media-Marathon, ein täglicher Griff ans Werkzeug: Posts, Reels, Fotos. Ein Gedanke, eine Meinung, ein Einblick aus dem echten Maklerleben. Nicht geschniegelt, nicht perfekt, aber ehrlich. Und irgendwann wirkt das. Zeitversetzt. Leise, doch verlässlich. Meist dann, wenn man gerade nicht arbeitet. Ich sag nur: Terminbuchung um drei Uhr nachts.

Während ich frei hatte, hat mein Content gearbeitet. Und während andere noch überlegen, ob sie „dieses Jahr vielleicht auch mal Content createn“, tue ich es gerade mit dieser Kolumne hier. Ist doch schön, wenn sich der Beweis selbst beweist. Quod erat demonstrandum.

Die Onboarding-Unterlagen an meinen Kunden sind gerade raus. So kann es weitergehen. Ich blicke in ein starkes Jahr 2026 und bin ehrlich gesagt ziemlich euphorisch. Vielleicht habe ich deshalb heute zwölf Stunden im Flow gearbeitet. Es hat mir schlicht Spaß gemacht.

Ob das Jahr wieder so schnell vergeht? Keine Ahnung. Aber ich wünsche es mir. Und ich wünsche euch, liebe Maklerschaft, weniger Hektik, mehr Substanz und Kunden, die bleiben, weil sie euch kennen – nicht weil ihr billig wart.

Montags gibt’s jetzt regelmäßig die Montagsmakler im Versicherungsboten.
Liebe Kolleginnen und Kollegen und ich dürfen dort hin und wieder den Pinsel schwingen.

Das hier war mein erster Streich 2026.

Und er wird nicht der letzte bleiben.


Stephan Heider – The Bankrocker