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Das Inputmanagement steht vor einem tiefgreifenden Wandel, von einer rein technischen Funktion hin zu einem strategischen Erfolgsfaktor für die Digitalisierung.

Marktumbrüche, neue Technologien und regulatorische Anforderungen machen es notwendig, die Rolle des Inputmanagements neu zu denken – nicht als isolierte IT-Komponente, sondern als integralen Bestandteil der Geschäftsstrategie.

Guido Schmitz, Vorstand bei Pentadoc AGGuido Schmitz, Vorstand bei Pentadoc AGPentadoc

Marktveränderungen und ihre Bedeutung

Die Branche erlebt derzeit eine Konsolidierung von Anbietern, das Verschwinden bewährter Speziallösungen und den Einstieg neuer Player mit KI-basierten Ansätzen. Während das Themenfeld über viele Jahre durch stabile Anbieterstrukturen, planbare Produktweiterentwicklungen und klare technologische Architekturmodelle geprägt war, verändert sich das Umfeld nun mit einer Geschwindigkeit, die viele Versicherungsunternehmen vor grundlegende Weichenstellungen stellt. Für Versicherer bedeutet dies: Entscheidungen über Plattformen und Prozesse sind nicht mehr rein operative Fragen, sondern beeinflussen Wettbewerbsfähigkeit und Kundenorientierung.

Die zentralen Treiber des Wandels:

  1. Marktumbrüche und Konsolidierung:
Anbieter wechseln Eigentümer, Produktlinien verschwinden, neue Plattformen entstehen.
  2. Technologische Neuausrichtung:
Cloud-Modelle und KI verändern die Architektur und die Möglichkeiten der Automatisierung.
  3. KI als Gamechanger:
Statt Dokumente zu klassifizieren, erkennen moderne Systeme Kundenanliegen und steuern Prozesse intelligent.
  4. Regulatorische Anforderungen:
EU-AI-Act und Datenschutzregeln erfordern Transparenz und Governance.

Warum eine rein technische Migration nicht reicht

Ein einfacher 1:1 Austausch bestehender Systeme greift zu kurz. Moderne Lösungen verbinden Omnikanal-Kommunikation, KI-gestützte Analyse und flexible Prozesssteuerung. Wer jetzt investiert, sollte nicht nur Technik ersetzen, sondern die gesamte Kommunikations- und Prozesslandschaft strategisch weiterentwickeln.

Was bedeutet das für die Praxis?

  • Vom Dokument zur Anliegenerkennung:
Kundenanliegen stehen im Mittelpunkt, nicht mehr einzelne Dokumente.
  • Proaktive Informationsprüfung:
Fehlende Daten werden automatisch erkannt und nachgefordert.
  • Zentrale Plattformen statt Insellösungen:
Governance und Skalierbarkeit sind entscheidend.

Chancen durch KI

KI verändert die Logik des Inputmanagements grundlegend: Statt Dokumentenklassifikation steht die Erkennung und Bearbeitung von Kundenanliegen im Mittelpunkt. Dies ermöglicht schnellere Entscheidungen, höhere Automatisierung und bessere Kundenerlebnisse. KI wird damit zum Motor für Effizienz und Servicequalität.

Während klassische Systeme stark regelbasiert arbeiten, kombinieren moderne Plattformen statistisches Lernen, semantisches Verständnis und kontextbezogene Auswertung. Das ermöglicht eine schnellere und zielgerichtetere Bearbeitung von Kundenanliegen.

Organisatorische und regulatorische Aspekte

Die Einführung neuer Technologien erfordert Anpassungen in Rollen, Zusammenarbeit und Governance. Fachbereiche gewinnen mehr Gestaltungsspielraum durch Low-Code-Plattformen, gleichzeitig steigen Anforderungen an Transparenz und Compliance (z.B. EU-AI-Act, DSGVO). Frühzeitige Change-Maßnahmen sind entscheidend für Akzeptanz und Erfolg.

Strategische Handlungsempfehlungen für Versicherer

  1. Systeme ganzheitlich prüfen
Bewerten Sie bestehende Inputmanagement-Systeme nicht nur technisch, sondern auch strategisch. Die Rolle des Inputmanagements verändert sich grundlegend: Es wird zum zentralen Treiber der Prozessautomatisierung und dem Einsatz von KI im Unternehmen.
  2. Fachbereiche frühzeitig einbinden
Initiieren Sie Modernisierungsprojekte gemeinsam mit den relevanten Fachbereichen. Nur durch eine enge Zusammenarbeit entfaltet das Inputmanagement seinen vollen Nutzen.
  3. End-to-End-Prozesse sicherstellen
Ziel ist eine durchgängige Unterstützung der Anliegenbearbeitung – vom Eingang bis zur abschließenden Bearbeitung. Erst dann entsteht echter Mehrwert für Effizienz und Kundenzufriedenheit.
  4. Governance und Compliance verankern
Berücksichtigen Sie regulatorische Anforderungen und interne Richtlinien von Beginn an. Eine klare Governance-Struktur ist entscheidend für Sicherheit und Vertrauen.

Fazit

Inputmanagement ist kein IT-Projekt mehr, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor, um die Digitalisierungsfähigkeit sicherzustellen und das Fundament für weitreichende Automatisierung und den effektiven Einsatz von KI zu schaffen. Wer dabei die Chancen von KI und Omnikanal-Prozessen im Inputmanagement nutzt, kann regulatorische Sicherheit, Effizienzsteigerung und Kundenzufriedenheit verbinden – und den aktuellen Wandel in einen Wettbewerbsvorteil verwandeln.

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