Größe schützt nicht vor Verlust

Gerade Gesellschaften mit einem hohen Anteil an lang laufenden Vollversicherungstarifen und konservativer Tarifstruktur geraten zunehmend unter Druck – denn solche Bestände lassen sich nur schwer an veränderte Markterwartungen und die Dynamik im Zusatzgeschäft anpassen. Größe allein schützt nicht vor dem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit: Die Vollversicherung der PKV befindet sich in einer Phase der strukturellen Transformation. Während einige Anbieter neue Kundengruppen erschließen, steht bei vielen anderen die Bestandssicherung im Vordergrund.

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Dynamisches Wachstum in der Zusatzversicherung

Die größte Wachstumschance der privaten Krankenversicherung liegt derzeit nicht in der Vollversicherung, sondern in der Zusatzversicherung. 2024 stieg die Zahl der entsprechenden Verträge um 4,0 Prozent auf 31,02 Millionen – das entspricht rund 39 Prozent der gesamten PKV-Verträge. Damit nutzt inzwischen fast jede zweite versicherte Person in Deutschland eine ergänzende private Absicherung, etwa für Zahnersatz, stationäre Wahlleistungen oder alternative Heilmethoden (Versicherungsbote berichtete).

Die Vollversicherung legte im selben Zeitraum nur leicht zu – um 0,3  Prozent auf 8,74  Millionen Personen. Diese Entwicklung unterstreicht: Wer in der Zusatzversicherung flexibel, verständlich und preissensibel auftritt, sichert sich künftige Relevanz – auch wenn das Kerngeschäft mit der Vollversicherung stagniert.

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Hintergrund: Die Zahlen zur Bestandsentwicklung in der privaten Krankenversicherung stammen aus mehreren aktuellen Marktanalysen. Die Angaben zu den Vollversicherten basieren auf dem „MAP-Report Nr. 935“ (Franke und Bornberg), der auf den Geschäftsberichten der Unternehmen für das Jahr 2023 beruht. Ergänzend wurden Aussagen aus dem „Marktausblick Private Krankenversicherung“ von Assekurata sowie aus der GDV-Statistik zur PKV-Vertragsentwicklung herangezogen.

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