Debeka: 4,08 Prozent Marktanteil/ Basisquote von 135,5 Prozent

Mit rund 3,69  Milliarden Euro verdienten Bruttobeiträgen erreicht die Debeka Rang vier in der Konzernwertung – als Einzelgesellschaft ist sie ebenfalls viertgrößter Lebensversicherer am Markt. Trotz dieser starken Marktstellung liegt die Basisquote 2024 bei lediglich 135,5  Prozent (Vorjahr: 183,8  Prozent), womit das Unternehmen Rang 65 von 76 belegt. Der deutliche Rückgang spiegelt vor allem die Belastung aus einem stark garantielastigen Vertragsbestand wider: 48  Prozent der Verträge entfallen auf Rentenversicherungen, 30 Prozent auf klassische Kapitalversicherungen. Der Risikoanteil ist mit 2  Prozent äußerst niedrig, fondsgebundene und Kollektivverträge machen zusammen 20  Prozent des Bestands aus. Mit etwa 1,03  Milliarden Euro an Beiträgen aus fondsgebundenen Policen verfügt die Debeka zwar auch über moderne Bausteine, doch dominiert weiterhin die klassische Altersvorsorge mit ihren umfangreichen Rückstellungsanforderungen. Die niedrige Basisquote spiegelt deshalb weniger eine akute Schwäche der Kapitalausstattung, sondern vielmehr die systemischen Herausforderungen wider, die bei stark garantielastigen Altbeständen mit hohen Verpflichtungen entstehen – zumal bei einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit wie der Debeka, der traditionell auf langfristige Stabilität setzt.

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R+V-Konzern: 7,67 Prozent Prozent Marktanteil

Mit verdienten Bruttobeiträgen von 6,94 Milliarden Euro in 2024 erreicht der R+V-Konzern einen Marktanteil von 7,67 Prozent – damit belegt er Rang 3 unter den größten Lebensversicherungsgruppen in Deutschland. Das Geschäft verteilt sich nahezu vollständig auf die R+V Lebensversicherung AG, ergänzt um kleinere Bestände der R+V a.G.

R+V Lebensversicherung AG: Basisquote von 309,9 Prozent

Die R+V AG ist gemessen an den 2024 verdienten Bruttobeiträgen von 6,87 Milliarden Euro – bei getrennter Betrachtung nach Rechtsform – sogar der zweitgrößte Lebensversicherer Deutschlands. Der Vertragsbestand ist stark vom Kollektivgeschäft geprägt: 40 Prozent entfallen auf Kollektivverträge – ein im Marktvergleich sehr hoher Anteil. Weitere 28 Prozent entfallen auf Renten-, 10 Prozent auf fondsgebundene, 9 Prozent auf Kapital- und 13 Prozent auf Risikoversicherungen. Die Basisquote liegt mit 309,9 Prozent (2023: 381,5 Prozent) knapp über dem Branchenschnitt. Angesichts der kollektivgeprägten Struktur mit tendenziell höheren Kapitalanforderungen ist der erzielte Puffer als solide einzustufen – und unterstreicht die stabile Kapitalausstattung des genossenschaftlich verankerten Unternehmens.

R+V Lebensversicherung a.G.: Basisquote von 427,7 Prozent

Die R+V Lebensversicherung a.G. bleibt innerhalb der Gruppe ein Nischenanbieter mit 64 Millionen Euro verdienten Prämien, was Rang 68 von 76 am Markt entspricht. Der Bestand konzentriert sich nahezu vollständig auf klassische Lebens- und Rentenversicherungen mit Überschussbeteiligung – fondsgebundene Prämien werden nicht ausgewiesen. Die Basisquote liegt 2024 bei 427,7 Prozent (2023: 484,6 Prozent) und damit klar über dem Marktdurchschnitt. Aufgrund der geringen Marktgröße bleibt der Einfluss auf die Gesamtgruppe allerdings begrenzt.

Generali-Konzern: 8,96 Prozent Marktanteil

Der Generali-Konzern behauptet sich auch 2024 als zweitgrößter Lebensversicherer am deutschen Markt: Zusammengenommen erzielen die Töchter ein Beitragsvolumen von rund 8,11 Milliarden Euro, was einem Marktanteil von 8,96 Prozent entspricht. Der Konzern ist breit aufgestellt – mit Schwerpunkten im Bereich fondsgebundener Altersvorsorge und biometrischer Absicherung. Die Solvenzquoten der einzelnen Gesellschaften zeigen ein differenziertes Bild, das die Vielfalt der Geschäftsmodelle innerhalb der Gruppe widerspiegelt.

Generali Lebensversicherung: Basisquote von 305,6 Prozent

Die Generali Lebensversicherung bleibt mit 6,35 Milliarden Euro Prämieneinnahmen der größte Lebensversicherer innerhalb des Konzerns (Rang 3 im Markt). Die Basisquote liegt 2024 bei 305,6 Prozent, nach 386,7 Prozent im Vorjahr – knapp unter dem Branchenschnitt. Im Vertragsmix dominieren fondsgebundene Produkte, die rund 68 Prozent der Bestände ausmachen, ergänzt durch 16 Prozent Renten-, 7 Prozent Kapital- und 6 Prozent Risikoversicherungen. Die konservative Kapitalausstattung resultiert aus der anspruchsvollen Produktstruktur mit hohen fondsgebundenen Anteilen, bleibt aber solide.

Cosmos Lebensversicherung: Basisquote von 106,2 Prozent

Die Cosmos Lebensversicherung ist der größte Direktversicherer im deutschen Lebensversicherungsmarkt – mit 1,40 Milliarden Euro verdienten Prämien (Rang 18). Die Basisquote beträgt 106,2 Prozent, womit sie sich unter den vier schwächsten Anbietern am Markt positioniert. Die Bestände sind klar fokussiert: 59 Prozent entfallen auf Risikoversicherungen, 22 Prozent auf Rentenpolicen, 16 Prozent auf fondsnahe Produkte. Mit ihrem schlanken, digitalisierten Geschäftsmodell und dem reinen Direktvertrieb setzt Cosmos auf Effizienz – die niedrige Quote dürfte Ausdruck einer bewussten, konzernweiten Eigenmittelsteuerung sein: Die regulatorischen Anforderungen werden erfüllt, ohne darüber hinausgehende Puffer vorzuhalten.

Dialog Lebensversicherung: Basisquote von 480,3 Prozent

Die Dialog Lebensversicherung steuert 354 Millionen Euro Prämien zum Konzern bei (Rang 45 am Markt) und weist eine Basisquote von 480,3 Prozent aus – damit gehört sie mit Rang 14 bei den Basisquoten zu den solvenzstärksten Anbietern der Branche. Die Gesellschaft agiert als spezialisierter Maklerversicherer innerhalb der Generali-Gruppe und fokussiert sich nahezu ausschließlich auf biometrische Produkte. Der Vertragsbestand ist entsprechend geprägt: 83 Prozent der Verträge entfallen auf Risikolebensversicherungen, 6 Prozent auf Rentenversicherungen, 11 Prozent auf Kollektivverträge. Die starke Quote reflektiert die schlanke Tarifstruktur und das risikoarm kalkulierte Produktangebot – wobei der Begriff „risikoarm“ sich hier auf die kalkulatorische Risikoeinschätzung und die niedrigen Kapitalanforderungen dieser Policenart bezieht, nicht auf das versicherte Risiko selbst. Die Dialog profitiert von ihrer klaren Positionierung im Maklermarkt und einer vergleichsweise effizienten Eigenmittelsteuerung.

Allianz-Konzern: 26,68  Prozent Marktanteil

Mit einem Marktanteil von 26,68 Prozent und Beitragseinnahmen von rund 24,13 Milliarden Euro ist der Allianz-Konzern unangefochtener Spitzenreiter am deutschen Lebensversicherungsmarkt. Damit vereint die Allianz mehr als ein Viertel des gesamten Markts auf sich – eine dominante Stellung, die durch ihre starke Position im Einmalbeitragsgeschäft noch zusätzlich unterstrichen wird. Laut einer Analyse der Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV 04/2025) steuerte die Allianz Leben 2024 fast die Hälfte aller Einmalbeiträge der Branche bei – ein entscheidender Wachstumsfaktor in einem ansonsten stagnierenden Marktumfeld.

Allianz Lebensversicherung: Basisquote von 182,5  Prozent

Die Allianz Lebensversicherung AG ist mit 23,9 Milliarden Euro Beitragseinnahmen (Rang 1 unter allen Gesellschaften) das Flaggschiff der Gruppe. Die Basisquote beträgt 182,5 Prozent (2023: 198,4  Prozent) – ein solider Wert, der deutlich über der aufsichtsrechtlichen Mindestanforderung liegt, im Vergleich zum Branchendurchschnitt von 308,6  Prozent jedoch unterdurchschnittlich ausfällt. Im Portfolio dominieren Rentenversicherungen mit 44  Prozent sowie Kollektivverträge mit 30  Prozent – klassische Produkte mit langfristigen Garantien bleiben damit ein Schwerpunkt des Bestands. Fondsgebundene Tarife machen 12  Prozent aus, während Risikolebensversicherungen mit lediglich zwei Prozent eine Nebenrolle spielen – für diese Sparte ist primär die kleinere Konzerntochter Deutsche Lebensversicherung zuständig. Die vergleichsweise niedrige Basisquote reflektiert vor allem die hohen Kapitalanforderungen aus dem garantielastigen Altbestand sowie den ausgeprägten Kollektivanteil – wobei die absolute Kapitalausstattung der Allianz Leben weiterhin auf sehr hohem Niveau bleibt.

Deutsche Lebensversicherung AG: Basisquote von 492,1  Prozent

Die Deutsche Lebensversicherung AG ergänzt die Gruppe als Spezialistin für biometrische Risiken und Kollektivgeschäft. Mit rund 237  Millionen Euro Beitragseinnahmen (Rang 52 am Markt) ist sie eine der kleineren Gesellschaften innerhalb des Konzerns. Die Basisquote liegt 2024 bei 492,1  Prozent (2023: 532,2  Prozent) – damit zählt sie zu den solvenzstärksten Anbietern der Branche. Der Vertragsbestand ist stark fokussiert: 81  Prozent entfallen auf Risikoversicherungen, weitere 18  Prozent auf Kollektivverträge. Fondsgebundene und kapitalbildende Produkte spielen keine Rolle. Die hohe Quote spiegelt die schlanke Produktstruktur wider, bei der Kapitalanforderungen durch den Verzicht auf langlaufende Garantien vergleichsweise niedrig ausfallen. Im Konzern übernimmt die Deutsche Lebensversicherung gezielt Aufgaben in der biometrischen Absicherung, insbesondere im Gruppen- und Firmengeschäft.

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Hintergrund

Die verwendeten Daten zu Solvenzquoten und Prämieneinnahmen stammen aus dem MAP-Report Nr. 939 von Franke und Bornberg. Der Report analysiert die Solvenz- und Finanzberichte (SFCR) der Lebensversicherer für das Geschäftsjahr 2024 und kann kostenpflichtig online bezogen werden. Darüber hinaus liefert der Report umfassende Zeitreihen und weitere Kennzahlen zur finanziellen Lage und Kapitalausstattung der Versicherer für den Zeitraum von 2015 bis 2024. Die Prämien und Quoten wurden für diese Analyse auf Konzernebene von Versicherungsbote zusammengeführt – dies weicht in einigen Fällen von den Einzelwerten nach Rechtsform ab. Ergänzend wurden Daten aus dem Branchenmonitor Lebensversicherung der V.E.R.S. Leipzig (Stand 2023) zur Bestandszusammensetzung herangezogen. Diese Angaben bieten eine grobe Orientierung, um die Solvenzquoten im Kontext des jeweiligen Geschäftsmodells besser einzuordnen. Für eine fundierte Bewertung der Risikotragfähigkeit empfiehlt sich grundsätzlich die Betrachtung einer Vielzahl weiterer Kennzahlen – der vorliegende Beitrag ermöglicht daher lediglich einen ersten Einblick.

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