Ein möglicher Weg ist eine Kombination aus Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren. Während die gesetzliche Pflegeversicherung weiterhin eine Basisabsicherung bieten sollte, müssten private Vorsorgemodelle stärker gefördert werden. Dazu zählen steuerliche Anreize für Pflege-Zusatzversicherungen sowie eine betriebliche Pflegevorsorge, wie sie in Ländern wie den Niederlanden oder Schweden bereits erfolgreich etabliert wurde. Brahm betont: „Die Herausforderungen in der Pflegeversicherung sind bekannt. Es ist wichtig, dass wir zeitnah Lösungen entwickeln, die für alle Generationen tragfähig sind.“

Anzeige

Reformen bleiben aus – Politik unter Zugzwang

Obwohl die letzte Bundesregierung im Koalitionsvertrag eine Expertenkommission zur Pflege-Zusatzvorsorge angekündigt hatte, wurde diese bislang nicht eingerichtet. Die Debeka mahnt an, dass dringend konkrete Schritte folgen müssen, um die wachsende Finanzierungslücke zu schließen. Denn je länger Reformen aufgeschoben werden, desto größer wird der Druck auf das System. Thomas Brahm fordert deshalb mehr Tempo: „Wir können es uns nicht leisten, auf große politische Lösungen zu warten – jeder Einzelne sollte sich mit seiner persönlichen Pflegevorsorge beschäftigen.“

Auch Experten aus der Branche schlagen Alarm. Ohne strukturelle Reformen drohen nicht nur steigende Beiträge, sondern auch Leistungskürzungen, die Pflegebedürftige zusätzlich belasten würden. Die bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus, um das System langfristig stabil zu halten.

vorherige Seite
Seite 1/2/