Es gibt viele gute Gründe, das Einzelunternehmen in eine Kapitalgesellschaft umzuwandeln. Neben steuerlichen Vorteilen oder dem Thema der Reputation gegenüber Geschäftspartnern ist das Thema Tod, Nachfolge oder längere Erkrankung von Maklern ein Motiv zur Umwandlung der Unternehmensform.

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Alle diese Einzelsituation kann man über eine GmbH oder eine GmbH & Co. KG leichter lösen, man muss es aber nicht. Im Ratgeber-Buch für Versicherungsmakler „Nachfolge- gewusst wie“ schreibe ich deshalb auch, dass der wichtigste Dreh- und Angelpunkt zunächst ein zukunftssicherer, dem individuellen Geschäftskonzept angepasster Maklervertrag ist, verbunden mit der entsprechenden Datenschutzerklärung.

Kapitalgesellschaft – ein wichtiger Beitrag für den Notfall

Es ist unumstritten, dass die Maklerfirma als juristische Person gegenüber den Einzelunternehmen oder der Personengesellschaft Vorteile hat. Besonders im Falle des Todes eines Unternehmers werden die Unterschiede und der Vorteil der Kapitalgesellschaft deutlich. Stirbt der Inhaber einer Personengesellschaft, ohne dass er genügend Regelungen für diesen Fall getroffen hat, dann kann es für den Kundenbestand und die Erben kompliziert werden.

Der @AssekuranzDoc

Dr. Peter Schmidt ist Experte Personenversicherungen und Unternehmensberater im Bereich Versicherungen, Vertriebe und Makler mit langjähriger Erfahrung als Führungskraft und Vorstand bei deutschen Versicherern und twittert als @AssekuranzDoc.

Das Hauptargument für eine GmbH-Gründung ist tatsächlich der plötzliche Todesfall des Maklers. Der Wert der Firma und des Bestandes bleibt erhalten. Das Vertragswerk mit Kunden, Versicherern und Dienstleistern der Maklerfirma als GmbH bleibt im Todesfall des Inhabers ebenfalls erhalten, während bei der Personengesellschaft der komplette Niedergang zu befürchten ist. Maklermandate und alle anderen Vereinbarungen wie die Courtagezusagen erlöschen bei den Einzelmaklern.

Die Beständigkeit und Nachhaltigkeit der Verträge in einer Kapitalgesellschaft ist ein klarer Vorteil. Daraus entsteht dann auch eine mögliche Vererbbarkeit, die Möglichkeit einer Fortführung der Firma oder des oft einfachen Verkaufs.

Natürlich gibt es auch Situationen, wo die GmbH beim Tod des Maklers zum Problem werden kann, wie beim Einzelunternehmer. Denken wir nur an eine vielleicht gewünschte Fortführung der Maklerfirma, wenn eine geeignete Person als Geschäftsführer nicht in Frage kommt, weil die Gewerbeerlaubnis fehlt, der Firmeninhaber einziger Gesellschafter war und keine entsprechende Vereinbarung für die Ausübung von Stimmrechten gegenüber Dritten getroffen hat.

Vorteil und Nachteile der Kapitalgesellschaften

Weiter Aspekte „Pro“ Kapitalgesellschaft können die Möglichkeit der Beteiligung am Unternehmen durch andere Gesellschafter, klarere Verhältnisse für die Übertragung von Kundendaten im Falle des Verkaufs der GmbH und die Möglichkeit der Führung des Unternehmens durch Dritte auch eine Haftungsbegrenzung sein. Außerdem ließen sich noch weiter Vorteile bei der Versteuerung in der Kombination von GmbH & Co. KG oder auch der Trennung von Gesellschafts- und Privatvermögen aufführen.

Aber jeder dieser aufgeführten Vorteile kann zwei Seiten haben. Nehmen wir nur das Argument der Haftungsbeschränkung. Wie der Name der „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ (GmbH) schon sagt, wird die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt. Das bedeutet, dass der oder die Gesellschafter nicht persönlich haften. Zumindest theoretisch. Denn bei fahrlässiger Verletzung seiner Pflichten als Sachwalter des Kunden wird das Haftungsthema nicht vollständig aufgehoben.

Zu den Nachteilen vor allem bei der Neugründung gehört ein nicht zu unterschätzender Aufwand im Jahr der Neugründung, aber auch in den Folgejahren. Darunter zählen das Investment sowie zeitliche und organisatorische Aufwendungen. Zum finanziellen Investment gehört das Stammkapital, die Erstellung der Gründungsbilanz und -dann folgend- die Aufwendungen für doppelte Buchführung sowie aus den Bilanzierungspflichten.

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Zeitlich kann man davon ausgehen, dass zirka zwei bis drei Monate für die Phase der Neugründung notwendig sind, dazu kommen die Aufwendungen für die Information der Produktpartner und Kunden, organisatorische Themen wie neue Druckstücke oder die Umgestaltung der Homepage - und bei vielen Versicherern auch die persönlichen Bürgschaften für eventuelle Stornohaftungssummen.

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