Hintergrund: Lebensversicherer halten noch einen Großteil ihrer Gelder in zinsabhängigen Anlageformen – insgesamt 83,2 Prozent liegen branchenweit in festverzinslichen Anlagen. Auch werden Prämieneinnahmen und Anlageergebnis belastet durch die gesetzlich vorgeschriebene Zinszusatzreserve für das Bedienen von Altverträgen mit teuren Garantien. Wem aber kann man unter diesen Bedingungen besonders hohe Gewinnaussichten auf Kapitalanlagen prognostizieren?

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Eine Antwort auf diese Frage liefert das RORAC-Verfahren des Finanzwissenschaftlers Jörg Finsinger. Demnach ist der Gewinn bei jenen Versicherern besonders hoch, die über viel freies Kapital verfügen, das nicht durch Garantien und ähnliches gebunden ist. Freilich: Weitere Kriterien müssen hinzukommen. Die Kosten müssen niedrig sein. Und von den erwirtschafteten Gesamtüberschüssen muss auch ein großer Teil an die Kunden ausgeschüttet werden.

Diesen Ansatz machte sich Ascore im Auftrag der Wirtschaftswoche zunutze, um zukünftige Renditechancen der Anbieter für die Kunden zu analysieren. Für die Prognosen geht Ascore von folgenden Werten aus: sichere Anlagen bringen es langfristig auf durchschnittlich 1,8 Prozent Zins auf Kapitalanlagen, riskantere Anlagen wie Aktien hingegen bringen es auf durchschnittlich 5,3 Prozent. Aufgrund dieser Annahme wird – in einem ersten Schritt – für jeden Lebensversicherer ein realistischer Zins auf Kapitalanlagen errechnet: die prognostizierte Rendite.

Zur Berechnung der Gewinnchancen für Kunden fließt zudem die Abschluss- und die Verwaltungskostenquote (beides als Mittelwert der Jahre 2018 bis 2020) sowie die Ausschüttungsquote (als Mittelwert der Jahre 2014 bis 2020) ein. Zunächst wird eine Benchmark errechnet: Der Quoten-Schnitt der 25 Anbieter mit dem größten Wachstum. Sodann werden – gemäß Abweichung von dieser Benchmark – Punkte verteilt. Wer über der Benchmark liegt, erhält positive, wer unter der Benchmark liegt, negative Punkte.

Zuletzt werden Punkte in eine fünfstufige Sternbewertung übersetzt:

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  • Fünf Sterne bedeuten hierbei ein „stark überdurchschnittliches“ Abschneiden, das die Experten prognostizieren.
  • Vier Sterne bedeuten ein "überdurchschnittliches" Abschneiden.
  • Drei Sterne sind die Benchmark für durchschnittliche Gewinnaussichten.
  • Zwei Sterne lassen eine "unterdurchschnittliche" Rendite erwarten.
  • Einen Stern hingegen bekommen Versicherer, von denen ein „stark unterdurchschnittliches“ Abschneiden in Zukunft erwartet wird.

Nachdem Versicherungsbote schon die Lebensversicherer vorstellte, die nach dieser Methodik die schlechtesten Gewinnaussichten für die Kunden bieten, werden nun in einer Bildstrecke die besten Lebensversicherer im Rating vorgestellt. Alle Ergebnisse sind auf der Webseite der Wirtschaftswoche verfügbar.