„2021 könnte das teuerste Naturgefahrenjahr seit Beginn unserer Statistik Anfang der 70er Jahre werden“, so GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Auf rund 11,5 Milliarden Euro schätzt der Verband die versicherten Unwetterschäden an Häusern, Hausrat, Betrieben und Kraftfahrzeugen. Allein für die Juli-Flut, die vor allem im Westen Deutschlands verheerende Schäden angerichtet hat, kalkulieren die Versicherer bislang mit rund sieben Milliarden Euro. Davon entfallen etwa 6,5 Milliarden Euro auf Wohngebäude, Hausrat und Betriebe sowie rund 450 Millionen Euro auf Kraftfahrzeuge.

Doch bereits die Hagel-Ereignisse aus dem Juni sorgten für rund 1,7 Milliarden Euro versicherte Schäden. „Allein die Hagelschäden an rund 275.000 Autos haben die Versicherer etwa 700 Millionen Euro gekostet“, so Asmussen. Für die Kfz-Versicherer ist das der viertgrößte Hagelschaden seit Beginn der Statistik. Das teuerste Ereignis bleibt mit über zwei Milliarden Euro der „Münchner Hagel“ von 1984. „Auch für die Kraftfahrtversicherer zeichnet sich ein Jahr mit überdurchschnittlich vielen Schäden ab“, sagte Asmussen.   

In der Schaden- und Unfallsparte müsse sich die Versicherungswirtschaft auf ein negatives Geschäftsergebnis einstellen. „Wir erwarten für den Schaden/Unfall-Sektor als Ganzes in diesem Jahr rote Zahlen“, sagt Asmussen. „Zuletzt war dies in den Flutjahren 2002 und 2013 der Fall, als Elbe, Donau und angrenzende Flüsse über die Ufer traten und Hochwasserkatastrophen auslösten.“

Um Fragen nach der Leistungsfähigkeit der Versicherer vorwegzunehmen, verwies der Branchenverband darauf, dass die Versicherer selbst rückversichert sind und über „mehr als ausreichende Kapitalpuffer“ verfügen. Laut GDV wiesen die Schaden- und Unfallversicherer Ende 2020 Eigenmittel von rund 120 Milliarden Euro aus.

Als jene Naturkatastrophe, die weltweit den höchsten versicherten Schaden anrichtete, gilt der Wirbelsturm ‚Katrina‘. Vor fast genau 16 Jahren traf der Hurrikan auf die US-Golfküste und wütete in Mississippi, Alabama und Louisiana. Die Stadt New Orleans wurde besonders heftig getroffen. Damals starben mehr als 1.800 Menschen und ein Versicherungsschaden in Höhe von rund 85 Milliarden Dollar wurde verursacht.

Hinweis:
In der Bilderstrecke sind die schadenträchtigsten Naturgefahren-Ereignisse in Deutschland seit 2002 dargestellt. Die Angaben zu den Schadenaufwänden sind dem GDV-Naturgefahrenreport 2020 entnommen. Dort wurde der Schadenaufwand auf Bestand und Preise 2019 hochgerechnet. Die Angaben zum Schadenaufwand bei späteren Unwetterkatastrophen stammen, wie angegeben, vom GDV.