Bis zum Jahresende könnte die Teuerungsrate in Deutschland zwischen 4 und 5 Prozent liegen, schreibt die Bundesbank im aktuellen Monatsbericht für August 2021. Für Juli 2021 konstatierte die Bundesbank einen „sprunghaften Anstieg“ der Inflationsrate. Im Vorjahresvergleich stieg sie von 2,1 Prozent auf 3,1 Prozent. Zu beachten ist dabei allerdings, dass das Preisniveau im selben Monat des Vorjahres aufgrund der vorübergehend reduzierten Mehrwertsteuersätze merklich gesunken war.

Zur Begründung führte die Bundesbank aus, dass Preissteigerungen für Industrieerzeugnisse ohne Energie „wohl in beträchtlichem Maß und stärker als erwartet an die Verbraucher“ weitergegeben wurden. „Zudem könnte eine Rolle gespielt haben, dass Unternehmen nach der Wiedereröffnung von Geschäften versuchten, Verluste, die sie während der pandemiebedingten Schließungen erlitten hatten, durch höhere Preise teilweise auszugleichen“, so die Bundesbank weiter. Auch der „recht kräftige“ Anstieg der Dienstleistungspreise dürfte darauf zurückzuführen sein, heißt es im Monatsbericht der Bundesbank. „Zum Jahresanfang 2022 dürfte sich die Teuerung wieder spürbar beruhigen“, so die Bundesbank.

Fünf Prozent Inflation? Für Verbraucher heißt das: Alles wird teuer, während das Geld auf Sparbüchern von der Inflation und ‚Verwahrentgelten‘ aufgezehrt wird. „Diese Ersparnisse der Mittelschicht, die werden jetzt von der EZB entwertet“, zitiert der Deutschlandfunk Prof. Dr. Gunther Schnabl, der das Institut für Wirtschaftspolitik an der Universität Leipzig leitet. Der Volkswirtschaftler hat erst kürzlich den Wandel von Inflationsziel und -messung untersucht.

Gegenüber dem Deutschlandfunk stellte der Professor fest: „Aus meiner Sicht verfolgt die EZB mit der Geldpolitik, die sie derzeit umsetzt, insbesondere die Interessen der Finanzmärkte, aber auch die Interessen hoch verschuldeter Staaten. Und aus meiner Sicht sollte die Europäische Zentralbank ihr Augenmerk wieder mehr in Richtung auf die Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Währungsunion richten.“