Der Digitalverband Bitkom schätzte allein den durch Datendiebstahl, Sabotage und Spionage entstehenden jährlichen Gesamtschaden zuletzt auf 102,9 Milliarden Euro. Cybervorfälle können demnach richtig teuer werden, von möglicherweise strafrechtlichen Folgen wegen Datenschutz- oder Complianceverstößen einmal abgesehen. Viele Unternehmen sind aber nicht darauf vorbereitet.

Anzeige

Dr. Patrick Hennies von der Akademie für Sicherheit in der Wirtschaft AG, einer Aus- und Weiterbildungsakademie im Bereich des WirtschaftsschutzesASW AkademieDas Thema des Wirtschaftsschutzes bewegt die öffentliche Sicherheitsdiskussion und ist längst zu einem politischen Thema geworden. Ob Entführungen von Mitarbeitern, terroristische Angriffe auf Unternehmen und deren Einrichtungen in Krisenregionen, Wirtschaftsspionage und Datendiebstahl oder auch Cyberkriminalität mit dem Ziel, in sensible Unternehmensbereiche vorzudringen, zu sabotieren oder auch bis zur Zahlung hoher Summen lahmzulegen: Immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen aus allen Branchen geraten ins Visier gut organisierter Banden.

Kriminelle machen demnach auch vor Versicherungsvermittlern und Maklern nicht halt. Deren Systeme und Strukturen eignen sich beispielsweise für gezielten Diebstahl sensibler Kundendaten, aber genauso für Erpressung durch das Aufspielen von Trojanern oder dem Stilllegen der IT. Das täglich verarbeitete Datenvolumen in Unternehmen umfasst eine große Bandbreite an sensiblen Inhalten: Kontakte, Korrespondenz, Interna, Verträge, Transaktionen jeglicher Art, die Unternehmer und Geschäftsführer unbedingt geschützt wissen wollen. Unternehmen der Branche müssen daher ihre Strukturen professionell sichern, sodass es nicht zu Angriffen von außen und innen kommen kann beziehungsweise solche Angriffe auf die Systeme folgenlos bleiben.

Anzeige

Trend zu sehr gut vorbereiteten Cyberangriffen auf Wirtschaftsunternehmen

Um dies anhand einiger Zahlen zu verdeutlichen: Mittlerweile sind über 800 Millionen Varianten von Schadprogrammen im Umlauf, jeden Tag kommen rund 400.000 neue hinzu. Auch die Geschwindigkeit der Angriffswerkzeuge steigt stetig, während im Rahmen von Digitalisierung und Industrie 4.0 von Wirtschaft und Gesellschaft immer mehr Geräte mit dem Internet verbunden sind. Dazu heißt es beim Bundesministerium des Inneren: „Die Besonderheit der Cyberkriminalität besteht darin, dass die Täter nahezu von jedem Ort der Welt aus agieren und ihre Spuren relativ gut verschleiern können. Nicht nur die Zahl der betroffenen Computer und Smartphones steigt, sondern auch die Professionalität der Täter. Diese versuchen beispielsweise, mit möglichst geringem Aufwand möglichst viele Computer mit Schadsoftware zu infizieren, um beispielsweise Kontodaten und Passwörter zu stehlen.“ Zudem gibt es einen wachsenden Trend zu sehr gut vorbereiteten Cyberangriffen auf Wirtschaftsunternehmen. Die daraus resultierenden Schäden können erheblich sein. Der Digitalverband Bitkom schätzt in Deutschland den durch Datendiebstahl, Sabotage und Spionage entstehenden jährlichen Gesamtschaden auf 102,9 Milliarden Euro.

Seite 1/2/