Der Druck auf die deutschen Versicherer in Bezug auf deren Altersvorsorge-Verträge lässt nicht nach. Die Niedrigzinsphase macht es den Gesellschaften schwer die hochverzinsten Altverträge zu bedienen. Schließlich müssen die Zinsen, die man an den Kunden ausreichen soll, erst ein mal verdient sein. Und, dass fällt schwer unter den aktuellen Marktbedingungen.

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Deshalb schraubt die Branche an neuen Produkten mit geringeren Garantien. Wie schnell sich die Anbieter auf die neuen Marktbedingungen umstellen, zeigt eine Auswertung vom Ratinhaus Assekurata aus dem Vorjahr. Demnach hätten die Tarife der sogenannten Neuen Klassik erstmals die klassischen Tarife überflügelt. Inzwischen bieten 28 Unternehmen (Marktanteil 61 Prozent) und damit erstmals mehr Lebensversicherer einen neuen klassischen Tarif im Neugeschäft an als das traditionelle Pendant. Zum Vergleich: Im Rahmen der erstmaligen Untersuchung der Neuen Klassik im Jahr 2015 hatte der Marktanteil erst bei einem Drittel gelegen.

Run-Off-Versicherer erobert Spitzenplatz

Für das Neugeschäft der Lebensversicherer war die Überschussbeteiligung bereits in den vergangenen Jahren nach unten korrigiert worden. Allein für 2017 mussten nahezu alle Anbieter Abschläge vornehmen. Nur ganz wenige Versicherer konnten ihre Verzinsung stabil halten.

Für 2021 gibt es erneut schlechte Nachrichten. Denn fast zwei Drittel der Versicherer (64,4 Prozent), die die Deklaration der Überschussbeteiligung für 2021 bekannt gegeben haben, mussten die laufende Verzinsung absenken. Von 59 Gesellschaften mussten 38 Unternehmen den Wert kürzen. Gleichzeitigig konnten 21 Versicherer den Zins stabil halten. Während es in 2020 bei keinem Tarif möglich war die Zinsen nach oben zu schrauben, konnte anno 2021 ein Unternehmen eine bessere Verzinsung präsentieren. Etwas überraschend handelt es sich dabei um den Run-Off-Anbieter Athora. Der Versicherer werde eine Gesamtverzinsung von 4,0 Prozent haben. Darin sei eine laufende Verzinsung von 3,0 Prozent und ein Schlussüberschuss von 1,0 Prozent enthalten.

Diese Versicherer halten Überschüsse stabil

  • Alte Leipziger: 2,25 Prozent
  • Bayerische Beamten Lebensversicherung: 2,50 Prozent
  • BL die Bayerische Lebensversicherung: 2,50 Prozent
  • DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung LV: 2,70 Prozent
  • Direkte Leben Versicherung: 2,70 Prozent
  • Entis Lebensversicherung: 3,00 Prozent
  • Gothaer Lebensversicherung: 1,80 Prozent
  • Hannoversche Lebensversicherung: 2,25 Prozent
  • HanseMerkur Lebensversicherung: 2,00 Prozent
  • HDI: 2,20 Prozent
  • Heidelberger Lebensversicherung: 2,50 Prozent
  • Lebensversicherung von 1871: 2,40 Prozent
  • Nürnberger Beamten Lebensversicherung: 1,75 Prozent
  • Nürnberger Lebensversicherung: 2,25 Prozent
  • Öffentliche Lebensversicherung Oldenburg: 1,75 Prozent
  • Öffentliche Lebensversicherung Sachsen-Anhalt: 1,75 Prozent
  • Provinzial Nordwest: 1,75 Prozent
  • Proxalto Lebensversicherung: 1,25 Prozent
  • Skandia: 2,5 Prozent
  • Swiss Life: 2,25 Prozent
  • Württembergische Versicherung: 2,15 Prozent

    Spitzenreiter bei der laufenden Verzinsung sind aktuell die Versicherer Athora, Ideal und Entis (ehemals Protektor) mit jeweils 3,0 Prozent. Dahinter reihen sich mit je 2,7 Prozent DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung und Direkte Leben ein.

    Eine laufende Verzinsung von 2,5 Prozent haben Axa, die Deutsche Ärzteversicherung und die Presseversorgung. Immerhin noch 2,5 Prozent bieten: Bayerische Beamten, BL die Bayerische, Continentale und Heidelberger. Das geht unter anderem aus einer Auswertung von "Policen Direkt" hervor.