Die Riester-Rente hat auch im dritten Quartal 2020 an Vertrauen verloren. Bereits von Januar bis Juni war der Bestand um gut 105.000 Policen geschrumpft und auch zwischen April und Juni war die Zahl der Verträge rückläufig. So zählte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) Ende September insgesamt 16,388 Millionen Verträge. Das sind 37.000 Verträge weniger als Ende Juni.

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Der größte Verlierer bei der einst von Arbeitsminister Walter Riester (SPD) erfundenen Zulagenrente sind aktuell die Policen über Versicherungen. Zwar bleibt die Assekuranz mit knapp zwei Drittel der Verträge (65,2 Prozent) noch Spitzenreiter - verliert aber weiterhin an Boden. Während die Versicherer Ende 2012 noch knapp elf Millionen Riester-Policen in den Beständen hatten, sind es Stand Ende März 2020 nur noch 10,698 Millionen Verträge. Damit gingen 17.000 Verträge verloren.

Ebenfalls verloren haben Policen über Bankspar-Verträge. Hier sank die Zahl der Verträge von 599.000 auf 591.000. Zum Vergleich: Den höchsten Stand hat Riester-Verträge über Banksparpläne 2014. Damals gab es immerhin 814.000 Verträge. Bis zum Jahr 2015 hatten alle Riester-Angebote mehr oder weniger wachsen können. Doch seither geht es insbesondere mit den Policen über Versicherungen sowie mit Banksparplänen eher abwärts.

Auch Wohnriester und Investmentfonds schwächeln

Steten Zuwachs hatten zuletzt nur noch die Riester-Varianten über Investmentfonds sowie der Wohn-Riester. Doch auch diese beiden Riester-Wege verloren im dritten Quartal Verträge. So sank die Zahl beim Wohn-Riester um rund 10.000 Verträge auf nun 1.805 Millionen Verträge. Der Gewinner des ersten Quartals sind Riester-Renten über Investmentfonds. Hier fiel der Bestandsverlust am geringsten aus. Um 3.000 Verträge sackte die Zahl der Policen auf nun 3.294 Millionen ab.

Jede fünfte Riester-Rente ist jedoch ruhend gestellt, die Sparer zahlen also keine Beiträge mehr ein. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken hervor. In konkreten Zahlen würde dies bedeuten, dass rund 3,3 Millionen Verträge aktuell nicht mit Beiträgen bedient werden. Wie viel Riester-Policen in der 18-jährigen Bestehensgeschichte bereits storniert wurden, dazu konnte die Bundesregierung keine Angaben machen.