Schaut man sich aktuelle Studien an, wird deutlich, dass die Bedrohung aus dem Internet allgegenwärtig ist und keine Branche verschont bleibt. 70 Prozent der deutschen Unternehmen sind in den letzten zwei Jahren Opfer eines Cyberangriffs geworden. Das zeigt der aktuelle Studienbericht des Branchenverbandes Bitkom zum Thema „Wirtschaftsschutz in der vernetzten Welt“. Auch die IT-Sicherheitsexperten und Forensiker von Perseus können eine Zunahme an Cyberangriffen feststellen. Im Jahr 2019 wurden insgesamt 177 Fälle bearbeitet, die direkt mit Cyberkriminalität im Zusammenhang stehen. 2020 liegt die Zahl nach dem ersten Halbjahr bereits bei 124 Vorfällen. Diese Zahlen verdeutlichen die Bedrohung, die von Cyberkriminalität ausgeht. Die Versicherungsbranche hat die Wichtigkeit der Thematik bereits erkannt. Anfang des Jahres wurde Cybercrime als einer der Trends bestimmt, welcher die Assekuranz im Jahr 2020 stark beeinflussen wird.

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Cybersicherheit und Cyberkriminalität rücken vor allem aus zwei Gründen verstärkt in den Blickpunkt. Zum einen werden Cyberversicherungen immer häufiger von Versicherungskunden angefragt und entwickeln sich somit zum festen Bestandteil des Produktportfolios von Versicherern. Zum anderen geraten auch Versicherungen immer öfter in das Visier von Cyberkriminellen. Gaben 2016 noch 34 Prozent der deutschen Versicherer an, Opfer von mindestens einer Form von Cyberkriminalität geworden zu sein, lag der Wert 2018 bereits bei 53 Prozent.

Corona und Homeoffice als Beschleuniger für Cyberangriffe

Generell profitieren Cyberkriminelle bei Angriffen auf Unternehmen von der Unerfahrenheit und Naivität der Mitarbeiter. 70 Prozent der schädlichen Cyberangriffe ereignen sich aufgrund menschlicher Fehler. Ein unüberlegter Klick auf einen Link oder auch ein Download eines Mailanhangs können gravierende Folgen haben. Verursacht wird dieser Zustand vor allem, da viele Unternehmen nach wie vor die Gefahr durch Cyberkriminalität unterschätzen oder gar ignorieren und somit ihre Mitarbeitenden nicht ausreichend über Cyberrisiken aufklären.

Die Corona-Krise hat diesen Zustand noch einmal verschärft. Jeder zweite Mitarbeiter hat im letzten halben Jahr zumindest teilweise im Homeoffice gearbeitet. Angestellte sind daher selbstständig für die Sicherheit am Arbeitsplatz verantwortlich. So notwendig der Umzug ins Homeoffice war, um die Verbreitung des Coronavirus zu verhindern, für Unternehmen führte das Arbeiten von zu Hause zu weiteren Gefahren. Ungesicherte Netzwerke, fehlende Firewalls, nicht durchgeführte Sicherheitsupdates oder auch der Zugriff auf Unternehmensserver durch private Laptops und Computer sind nur einige der Sicherheitslücken, die Hacker und Cyberkriminelle nur allzu gern nutzen, um sich Zugang zu sensiblen und vertraulichen Daten zu verschaffen.