Die Riester-Rente hat im ersten Quartal 2020 erneut Vertrauen verloren. Dabei hatte sich das geförderte Produkt erst in den letzten drei Monaten des Vorjahres leicht erholt. In den Monaten Oktober bis Dezember 2019 waren gut 22.000 Verträge hinzugekommen. Nun rutschen die Zahlen wieder deutlich ab. So zählte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) am Jahresende insgesamt 16,530 Millionen Verträge. Das sind 22.000 Verträge mehr als Ende September 2019 - allerdings auch 70.000 Policen weniger als Ende 2018.

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Der größte Verlierer bei der einst von Arbeitsminister Walter Riester (SPD) erfundenen Zulagenrente sind aktuell die Policen über Versicherungen. Zwar bleibt die Assekuranz mit knapp zwei Drittel der Verträge (65,2 Prozent) noch Spitzenreiter - verliert aber weiterhin an Boden. Während die Versicherer Ende 2012 noch knapp elf Millionen Riester-Policen in den Beständen hatten, sind es Stand Ende März 2020 nur noch 10,744 Millionen Verträge. Damit gingen 28.000 Verträge verloren.

Ebenfalls verloren haben Policen über Bankspar-Verträge. Hier sank die Zahl der Verträge von 627.000 auf 617.000. Zum Vergleich: Den höchsten Stand hat Riester-Verträge über Banksparpläne 2014. Damals gab es immerhin 814.000 Verträge.

Auch Wohnriester und Investmentfonds schwächeln

Bis zum Jahr 2015 hatten alle Riester-Angebote mehr oder weniger wachsen können. Doch seither geht es insbesondere mit den Policen über Versicherungen sowie mit Banksparplänen eher abwärts. Steten Zuwachs hatten zuletzt nur noch die Riester-Varianten über Investmentfonds sowie der Wohn-Riester. Doch auch diese beiden Riester-Wege verloren im ersten Quartal Verträge. So sank die Zahl beim Wohn-Riester um rund 7.000 Verträge auf nun 1.811 Millionen Verträge. Der Gewinner des ersten Quartals sind Riester-Renten über Investmentfonds. Hier fiel der Bestandsverlust am geringsten aus. Um 6.000 Verträge sackte die Zahl der Policen auf nun 3.307 Millionen ab.

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Jede fünfte Riester-Rente ist jedoch ruhend gestellt, die Sparer zahlen also keine Beiträge mehr ein. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken hervor. In konkreten Zahlen würde dies bedeuten, dass rund 3,3 Millionen Verträge aktuell nicht mit Beiträgen bedient werden. Wie viel Riester-Policen in der 18-jährigen Bestehensgeschichte bereits storniert wurden, dazu konnte die Bundesregierung keine Angaben machen.