Welche Lebensversicherer konnten im Jahr 2019 das meiste Neugeschäft einsammeln? Dieser Frage widmet sich die Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV) und deren Chefredakteur Marc Surminski in der aktuellen Ausgabe 07/2020. Insgesamt wurden Daten zu 70 Versicherern ausgewertet. Zu bedenken ist, dass die Zahlen vorläufig sind.

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Das Ergebnis zeigt: Unangefochtener Neugeschäfts-Sieger in der Leben-Sparte ist und bleibt die Allianz Leben. Sie konnte fast 19,63 Milliarden Euro Bruttobeitrag einsammeln. Das ist fast jeder zweite Euro an Neubeitrag (46 Prozent).

Dahinter klafft schon eine gewaltige Lücke. Die R+V platziert sich auf Rang zwei mit 3,35 Milliarden Euro, was knapp 83 Prozent weniger Neubeitrag als der Marktführer bedeutet. Die AachenMünchener landete auf dem dritten Rang mit knapp 1,64 Milliarden Euro Beitragszugang.

Die erfolgreichsten Lebensversicherer im Neugeschäft waren 2019 (Zahlen gerundet):

  1. Allianz (19,63 Milliarden Euro Brutto-Beitragszugang)
  2. R+V (3,35 Milliarden)
  3. AachenMünchener (1,64 Milliarden)
  4. Bayern-Versicherung (1,63 Milliarden)
  5. Alte Leipziger (1,03 Milliarden)
  6. R+V Luxembourg (981,1 Millionen)
  7. SV Sparkassenversicherung (953,7 Millionen)

Einmalbeitrag dominiert fast das komplette Neugeschäft

Beim weiteren Blick auf die Zahlen zeigt sich eine zunehmende Abhängigkeit des Neugeschäfts vom Einmalbeitrag. Während das Wachstum insgesamt erfreulich ausviel: Mit 41,4 Milliarden Euro konnten die Versicherer gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent zulegen, entfielen knapp 37 Milliarden Euro auf den Einmalbeitrag. Damit zeigt sich die Schwäche der Policen gegen laufenden Beitrag, denn hier stagnierte die Branche. Um 31,7 Prozent nahmen insgesamt die Neubeiträge zu; um 36,0 Prozent die Einmalbeiträge, so berichtet Autor Marc Surminski in der ZfV.

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Unumstritten ist dieser Trend nicht, im Gegenteil. Die Einmalbeitrags-Policen funktionieren wie Sparverträge. Sie sind in der Regel jederzeit kündbar, während Kunden gegen laufenden Beitrag ein festes Ablaufdatum haben. Das kann für Versicherer ernste Probleme mit sich bringen. Kommt es zu Massenkündigungen, können Liquiditätsengpässe der betroffenen Anbieter die Folge sein. Zudem besteht der Verdacht, dass diese Policen durch die Lebensversicherungen gegen laufenden Beitrag quersubventioniert werden.