Die HUK-Coburg erwartet ein Geschäftsjahr 2020, das von der Coronakrise und ihren Folgen geprägt ist. Eine seriöse Erwartung zum Geschäftsergebnis 2020 sei aus diesem Grund derzeit nicht möglich, sagte Vorstandssprecher Klaus-Jürgen Heitmann am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz des Versicherers in Coburg.

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In allen Sparten Rückgang des Neugeschäfts erwartet

Die Einschränkung des öffentlichen Lebens werde Einfluss auf das Versicherungsgeschäft haben, sagte Heitmann laut einem Pressetext der HUK-Coburg. So rechnet er in allen Sparten mit einem Neugeschäftsrückgang, insbesondere davon betroffen sei die Autoversicherung. Hier ist die HUK mit 12,4 Millionen versicherten Fahrzeugen unangefochten Marktführer.

Dennoch sieht Heitmann die Franken für die Krise gut gerüstet. Auf die Bestände werde sich der Neugeschäfts-Rückgang seiner Ansicht nach nicht gravierend auswirken, da weniger Abgänge zu befürchten seien. So sei die HUK in den Monaten Januar und Februar gut in das laufende Geschäftsjahr gestartet und habe viele Neuverträge in der Autoversicherung hinzugewonnen - erst im März kam dann der Einbruch.

Damit spiegelt sich die vorübergehende Auszeit in der Autobranche auch im Kfz-Versicherungsgeschäft. Viele wichtige Hersteller wie Audi, BMW, Daimler oder Tesla haben ihre Produktion europaweit eingestellt, auch die Autohäuser und - zum Teil - die Zulassungsstellen sind dicht. Entsprechend schließen die Deutschen weniger Neuverträge ab - kündigen aber auch weniger alte Kfz-Versicherungen.

Mehr versicherte Autos - höhere Kosten

Das abgelaufene Geschäftsjahr war für die HUK-Coburg speziell in der Kfz-Versicherung erfolgreich. 1,4 Millionen neu versicherte Fahrzeuge konnten die Franken nach eigenen Angaben hinzugewinnen, damit wuchs der Versicherer in Stückzahlen um das Zweieinhalbfache schneller als der Markt (+3,9 Prozent). Hier gilt es aber zu bedenken, dass auch Versicherungskunden absprangen. So beträgt das Plus gegenüber dem Vorjahr rund 400.000 Autos.

Die Autoversicherung bleibt bei den Coburgern absolute Königsdisziplin. Von den spartenübergreifend gebuchten Bruttobeiträgen von insgesamt 7,8 Milliarden Euro entfielen allein 4,2 Milliarden auf die Kfz-Policen.

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Mit 12,4 Millionen versicherten Autos kann die HUK-Coburg die Verfolger Allianz (8,7 Millionen Verträge zum Jahreswechsel) und R+V Versicherung (4,7 Millionen) auf Distanz halten. Heitmann rechnet laut "Handelsblatt" damit, dass der Preiskampf im Neugeschäft trotz steigender Schadenkosten im Branchenschnitt weiter anhalten wird. So seien die durchschnittlichen Prämien im letzten Jahr eher gesunken. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) entwickelte sich die Schaden-Kosten-Quote in der Autoversicherung ungünstig: sie stieg von 96,1 Prozent auf 98 Prozent.