Bald gehen die Babyboomer in Rente: Sie werden dafür sorgen, dass sich in der gesetzlichen Rentenversicherung das Verhältnis von Beitragszahlern und Rentnern massiv zu Ungunsten ersterer verändert. Kommen aktuell auf jeden Rentner drei Bürger im arbeitsfähigen Alter, werden es 2030 nur noch zwei Beitragszahler pro Ruheständler sein. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung eine Rentenkommission ins Leben gerufen, die Vorschläge für eine Reform der Rente ausarbeiten soll.

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Ergebnisse der Rentenkommission enttäuschend

Die Erwartungen an die Rentenkommission waren riesig. Und wurden scheinbar enttäuscht: Wie „Der Spiegel“ und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ übereinstimmend berichten, konnten sich die Mitglieder in vielen Punkten nicht einigen. Stattdessen seien nur breite Korridore vereinbart worden, die relativ vage und unkonkrete Vorschläge vorsehen: wenn überhaupt.

Grund sei, dass sich die verschiedenen Vertreter aus u.a. Wissenschaft, Gewerkschaften, Arbeitgebern sowie Parteimitgliedern in vielen Punkten nicht haben einigen können. In vielen Fällen hätten Mitglieder Sondervoten eingelegt, um eine gemeinsame Abschlusserklärung zu verhindern.

Ein Beispiel: Von einer Mehrheit der Kommissionsmitglieder werde künftig ein gesetzliches Rentenniveau von 44 bis 49 Prozent vorgeschlagen, schreibt der „Spiegel“. Das ist nicht nur eine hohe Spanne. Zudem wolle sich die Kommission auch eines Tricks bedienen: Die Berechnungsgrundlage für das Rentenniveau solle derart geändert werden, dass das Sicherungsniveau zwar rechnerisch steige, nicht aber die tatsächlich gezahlten gesetzlichen Renten. Details dazu nennt das Magazin nicht.

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Ein ähnlich breiter Korridor sei bei den Beiträgen zur gesetzlichen Rente angedacht, die zwischen 20 und 24 Prozent des Bruttolohns liegen sollen. Bis 2025 gilt aktuell noch eine sogenannte doppelte Haltelinie bei der Rente, wonach der Beitragssatz zur Rente nicht über 20 Prozent steigen und das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent fallen darf.