Bereits seit einiger Zeit macht sich der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) für eine zusätzliche Altersvorsorge stark, die über einen öffentlich-rechtlichen Träger organisiert ist. Die „Extrarente“ versteht der Verbraucherverband dabei als Korrektiv zu den privatwirtschaftlich organisierten Modellen einer kapitalgedeckten Rente: Riester, Rürup und Co. Die Kritik an den etablierten Varianten privater Vorsorge: zu teuer, zu ineffektiv. So zumindest auch Sicht des Verbraucherverbandes.

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„Union und SPD haben im Koalitionsvertrag eine grundlegende Reform der Altersvorsorge versprochen. Nun ist es Zeit zu handeln. Es macht keinen Sinn, dass Finanz- und Versicherungswirtschaft weiter überteuerte und kaum verständliche Riester-Produkte verkaufen dürfen. Besser und für Verbraucher weitaus profitabler wäre eine breit gestreute Anlage in Aktien, die durch einen unabhängigen Träger organisiert und kontrolliert wird. Der Träger muss dabei per Gesetz auf die Interessen der Verbraucher verpflichtet werden“, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv.

Stattdessen solle nun ein öffentlich verwaltetes Standardprodukt für einen zusätzlichen Kapitalstock zur gesetzlichen Rente geschaffen werden, fordert der vzbv: Das Modell der Extrarente. Verbraucher würden dabei automatisch in die Extrarente einbezogen, könnten sich per Opt-Out aber dagegen entscheiden. Die Kapitalanlage wäre frei wählbar, würde in der Voreinstellung aber vorrangig mit Aktien erfolgen und gegen Renteneintritt auf Anleihen umstellen.

Wie soll der Träger der Extrarente organisiert sein?

Am Dienstag legte der Verband nun ein Gutachten des Juristen Markus Roth vor, Professor an der Universität Marburg und Experte für juristische Fragen der Altersvorsorge. Auf 74 Seiten hat Roth sich der Frage gewidmet, wie solch eine kapitalgedeckte Rente über öffentlich-rechtliche Träger organisiert werden kann.

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Dabei analysierte der Jurist auch internationale Modelle ergänzender Altersvorsorge sowie dessen Vor- und Nachteile: zum Beispiel den Schwedischen Staatsfonds AP7 oder den kalifornischen Fonds CalSavers. Letztgenannter bietet allen Arbeitnehmern und Selbstständigen in Kalifornien, die keinen Altersvorsorgeplan über ihre Firma erhalten, die Option einer kapitalgedeckten Extrarente (siehe Video).