Wie viel Geld hat die Versicherer Wintersturm Sabine gekostet? Nachdem bereits in der letzten Woche Aktuare die Schadenssumme auf 600 bis 700 Millionen Euro bezifferten und als „mittelschweres Ereignis“ einstuften (der Versicherungsbote berichtete), trat am Dienstag auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vor die Presse und nennt Zahlen.

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Kleinreden mag der Verband die Schadenskosten aber nicht, obwohl die angegebene Summe auch im Rahmen der Aktuarsschätzungen liegt. Demnach habe der Wintersturm 540.000 versicherte Schäden in Höhe von 675 Millionen Euro verursacht. „Sabine“ reiht sich damit auf Platz sechs der schwersten Winterstürme in Deutschland seit 2002 ein, wie der Verband per Pressetext berichtet.

Von der Gesamtsumme zahlen die Sachversicherer 600 Millionen Euro für 500.000 beschädigte Häuser, Hausrat, Gewerbe- und Industriebetriebe, wie der GDV weiter mitteilt. Dem entgegen seien die Kfz-Versicherer weniger betroffen. Rund 40.000 Schäden an Fahrzeugen müssten sie regulieren und hierfür 75 Millionen Euro aufwenden.

"Kyrill" nach wie vor schwerster Wintersturm der letzten Jahre

Unverändert führt die Liste der schwersten Stürme „Kyrill“ (2007) mit mehr als drei Milliarden Euro versicherten Schäden an. Kyrill fegte mit bis zu 225 km/h über Europa hinweg und kostete in Europa 47 Menschen das Leben. Dem entgegen erreichte Sabine "nur" Spitzengeschwindigkeiten von etwas mehr als 110 Stundenkilometern. Kyrill brachte weite Teile des öffentlichen Lebens zum Stillstand, Autobahnbrücken mussten gesperrt werden, in vielen Gegenden fiel die Schule aus. Erstmals in der Geschichte der Deutschen Bahn wurde am 18. Januar 2007 der Bahn-Fernverkehr vorsorglich eingestellt.

Es folgen auf den Rängen der schwersten Winterstürme: „Jeanette“ (2002) mit 1,3 Milliarden Euro und „Friederike“ (2018) mit einer Milliarde Euro.

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Schäden durch Naturgefahren 2019 bei 3,2 Milliarden Euro

Der GDV gibt im Pressetext auch einen Überblick über die Naturgefahren-Bilanz 2019. Im gesamten Jahr haben Stürme, Hagel und Starkregen in Deutschland demnach versicherte Schäden an Häusern, Hausrat, Gewerbe, Industrie und Kraftfahrzeugen in Höhe von 3,2 Milliarden Euro verursacht. Die Bilanz liege damit auf dem Vorjahresniveau und unter dem langjährigen Durchschnitt von rund 3,7 Milliarden Euro, schreibt der GDV.