In den vergangenen Jahren hatte die Versicherungswirtschaft händeringend nach alternativen Anlagemöglichkeiten gesucht. Denn die klasssichen Investitionen in Staatspapiere machten schon länger keinen Spaß mehr. Schließlich ging deren Rendite stetig Richtung null. Inzwischen müssen Investoren sogar Geld dafür zahlen, wenn sie in Bundesanleihen investieren.

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Deshalb wurden Infrastruktur- sowie Immobilienprojekte für Versicherer immer beliebter. Gleichwohl sind auch diese Anlagen mit Risiken behaftet. So können politische Entscheidungen teilweise gefährlich an der Kalkulation rütteln. Selbst der Münchener Versicherer Allianz bekam dies schon zu spüren. Bei der Beteiligung am norwegischen Offshore-Gasnetz hatte die Regierung in Oslo die Durchleitungspreise einseitig gesenkt.

Bereits 2015 war die Allianz in mehrere Infrastruktur-Projekte eingestiegen. In einem Konsortium mit der Münchener Rückversicherung und Investoren aus Kanada und Abu Dhabi wurde Geld bei der Autobahn-Raststättenkette Tank & Rast angelegt. Kurz darauf wurde das Investment in das Londoner Abwassersystem bekannt. Später folgten weitere ähnlich gestrickte Anlagen. Zu denen zählten unter anderem das sogenannte Stuttgarter Netz 1 sowie Beteiligung an einem geschlossenen Fonds in China und eine Beteiligung an einem afrikanischen Infrastruktur-Projekt. Aktuell seien rund zwölf Milliarden Euro verwaltetes Vermögen in Infrastruktur-Projekten gebunden.

Nun vermeldet der Versicherungskonzern das Erreichen des Zielvolumens bei seinem ersten Infrastrukturfonds. Dieser trägt den Namen "Allianz European Infrastructure Fund RAIF" und wird vom Tochterunternehmen Allianz Capital Partners (ACP) verwaltet. Laut Unternehmensangaben sei der Fonds stark überzeichnet gewesen. Deshalb habe ACP das ursprünglich Zielvolumen von 500 Millionen Euro zunächst auf 750 Millionen Euro und später auf 860 Millionen Euro angehoben. Wegen der hohen Nachfrage wurde die endgültige Zielgröße bereits im November und damit nach nur neun Monaten erreicht.

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Die erste Investition des jungen Fonds solle eine Beteiligung an Elenia, Finnlands zweitgrößtem Stromversorgungsunternehmen, sein. Zukünftige Transaktionen in Europa sollen sowohl vom Infrastrukturfonds sowie vom Versicherungskonzern selbst finanziert werden. Wobei die Allianz jeweils mindestens 50 Prozent des investierten Kapitals einbringen werde, um so eine starke Ausrichtung zu bewirken. Der Schwerpunkt der künftigen Investitionen solle in Energie-, Verkehrs- und Kommunikationsinfrastrukturen liegen. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.