Im Oktober 2019 hatte die Bundesbank gefordert, das reguläre Renteneintrittsalter auf fast 70 Jahre anzuheben. "Durch die demografische Entwicklung gerät die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung künftig unter erheblichen Druck, insbesondere ab Mitte der 2020er-Jahre“, heißt es hierzu im Monatsbericht Oktober. Deshalb solle das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden und nach 2030 so angehoben, "dass die Relation von Renten- zu Beitragsjahren in etwa stabil bleibt“, fordern die Ökonomen. Demnach müssten Menschen, die nach 2001 geboren werden, bis zum Jahr 2070 mindestens 69 Jahre und vier Monate arbeiten, um ohne Abschlag in Rente zu gehen.

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Die überwiegende Mehrheit der Deutschen möchte diesem Ansinnen nicht folgen. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge hervor. Demnach seien immerhin 73 Prozent der Befragten gegen eine Erhöhung des Renteneintrittsalters. 14 Prozent der Befragten stimmten diesem Vorschlag zu.

Dabei seien Ablehnung und Zustimmung in den verschiedenen Altersgruppen ähnlich. So bewege sich die Zustimmung zwischen zehn und 19 Prozent. Der höchste Wert sei in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen erreicht worden. Die Ablehnung steige tendenziell mit dem Alter von 62 auf bis zu 82 Prozent. Das überrascht: Denn gerade die älteren Jahrgänge würden viel weniger von einer solchen Anhebung getroffen werden. Schließlich gingen sie früher in Rente.

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Auch keine Wählergruppe sei mehrheitlich für eine Erhöhung. Die größte Zustimmung komme von den Wählern der FDP (29 Prozent), gefolgt von den Grünen-Wählern (22 Prozent) und den Unions-Wählern (19 Prozent). „Angesichts dieser Stimmung in der Wählerschaft ist es sehr unwahrscheinlich, dass Politiker tatsächlich den Mut finden werden, eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters ernsthaft in Betracht ziehen, so plausibel die Argumente dafür auch sein mögen“, erklärt DIA-Sprecher Klaus Morgenstern.