Die fehlende Finanzbildung der Schüler sorgte bereits mehrfach für Schlagzeilen. So fragte im Jahr 2010 das Bundesverbraucherschutzministerium nach wirtschaftlichen Grundkenntnissen von Zehntklässlern. Erschreckend: ungefähr die Hälfte der Befragten wusste nicht, was ein Girokonto ist. Für Aufsehen sorgte auch der Tweet einer Schülerin Anfang des Jahres 2015 beim Kurznachrichtendienst Twitter. „Bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ’ne Gedichtsanalyse (sic!) schreiben. In 4 Sprachen“, schrieb die angehende Abiturientin. Der Tweet sorgte für Debatten, wie lebensfern die Schulbildung ist.

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Doch bisher fehlt es an schulischen Angeboten. Lediglich die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg haben ein Fach in der groben Richtung Finanzwissen im Lehrplan. Als drittes Bundesland macht sich Nordrhein-Westfalen daran, ein Schulfach „Wirtschaft“ dauerhaft in die Lehrpläne zu integrieren.

Inzwischen können sich viele Bundesbürger vorstellen, dass Finanzwissen in die Schulen des Landes Einzug hält. Insgesamt treten 84 Prozent der Bürger für die Vermittlung von Finanzwissen in der Schule ein. Das geht aus einer Umfrage der INSA Consulere im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) hervor. Demnach lehnten nur acht Prozent der Befragten eine solche Idee ab.

Der Wunsch nach finanzieller Allgemeinbildung innerhalb des Schulalltags schwankt in unterschiedlichen Altersgruppen von 77 bis 88 Prozent. Während die 35- bis 44-Jährigen weniger Bedarf für das Thema sehen (77 Prozent), stimmten 88 Prozent der 65-Jährigen und Älteren der Idee zu.

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Nicht ganz so eindeutig sei die Meinung der Bürger, auf welchen Wegen diese besondere Bildung vermittelt werden sollte. Für 60 Prozent der Befragten war die Lösung einfach. So sollten Finanzthemen einfach in die Lehrpläne bereits vorhandener Unterrichtsfächer aufgenommen werden. Für ein eigenständiges Fach Finanzbildung sprach sich ein Viertel in der Umfrage. Die Beschäftigung in Wahlfächern und freiwilligen Veranstaltungen wie zum Beispiel Arbeitsgemeinschaften halten 19 Prozent für geeignet. Vor allem Befragte mit schulpflichtigen Kindern hätten sich für diese Form ausgesprochen (29 Prozent). Bei dem schwierigen Themengebiet sollen die Lehrere aber nicht alleine gelassen werden. Sp sprachen sich knapp 61 Prozent der befragten Bürger dafür aus, dass die Lehrer von der Wirtschaft unterstützt werden solle.