Traditionellerweise schrauben Frauen immer noch auf beruflicher Ebene zurück, um Rücksicht auf Familie und Kinder nehmen zu können. Das zeigt unter anderem eine Studie der gewerkschaftsnahen Böckler-Stiftung: Demnach wenden Frauen im Alter von 18 bis 64 Jahren 2,4 mal so viel Zeit für unbezahlte Fürsorgearbeit und 1,6 mal so viel Zeit für Hausarbeit auf wie Männer. Sie unterbrechen dafür auch häufiger ihren Job oder arbeiten Teilzeit: dadurch werden von ihnen weniger Rentenansprüche erworben. Die Durchschnittsrente der Frauen lag 2016 bei 671 Euro und bei den Männern im gleichen Jahr bei 1.065 Euro.

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Das die Angst im Alter in Armut leben zu müssen nicht unbeggründet ist, zeigen auch die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Denn Ende 2017 waren so viele Menschen in Deutschland auf die Grundsicherung angewiesen wie nie zuvor. So stieg die Zahl der Empfänger im Jahr 2017 auf 1.058.827. Damit erhielten 3,2 Prozent mehr Menschen entsprechende Sozialleistungen als noch im Vorjahr.

Angewachsen ist auch die Zahl der Rentner, die zusätzliche Sozialleistungen erhalten, weil ihre Altersbezüge zum Leben nicht ausreichen. Waren im 2016 noch 512.198 Ruheständler betroffen, summierte sich ihre Zahl im Dezember 2017 bereits auf 544.090. Damit haben mehr als die Hälfte der Bezieher von Leistungen (51,4 Prozent) die Regelaltersgrenze bereits überschritten.

Erziehungszeiten und Teilzeitarbeit führen in die Altersarmut

Frauen sind sich dieser Gefahr durchaus bewusst. Das geht aus einer Umfrage des Lebensversicherers Canada Life über das Marktforschungspanel Toluna hervor. Demnach würden immerhin vier von fünf Frauen (80 Prozent) fürchten, durch Erziehungszeiten und/oder Teilzeitarbeit im Alter finanziell abgehängt zu werden. Und das, obwohl mehr als 75 Prozent von ihnen im Berufsleben stünden. Mehr als die Hälfte habe angegeben, auch deswegen zu arbeiten, um im Alter nicht arm zu sein.

Doch zu wenig Frauen würden ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen und neben der gesetzlichen Rente auch privat vor sorgen. Während die Mütter in Partnerschaften noch vergleichsweise viel vorsorgen würden, bliebe das Thema Altersvorsorge bei vielen alleinerziehenden Frauen auf der Strecke. So gestalte etwas weniger als die Hälfte der befragten Mütter in fester Partnerschaft die Altersvorsorge gemeinschaftlich mit dem Partner. Weniger als ein Viertel nehme die Vorsorge selber in die Hand. Sechs Prozent der Damen würde sich sogar ganz auf den Partner verlassen.

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Bei alleinerziehenden Frauen habe etwa ein Drittel bereits in Eigenregie finanziell für das Alter vorgesorgt. Knapp zwei Drittel der Alleinerziehenden (68 Prozent) habe bisher jedoch noch keine Vorkehrungen für die Altersvorsorge getroffen.