Derartige Fragen beantwortet eine Studie der Generali Deutschland AG, eine Auswertung von 700.000 Schadenfällen. Regionale Ergebnisse flossen in den „Karambolage-Atlas 2018“ ein, einer interaktiven Landkarte zur Schadensituation und zum Unfallgeschehen. Der Atlas veranschaulicht aufschlussreiche Daten des KFZ-Versicherers.

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Anteil an Personenschäden ist gering, verursacht aber enorme Kosten

Roland Stoffels, Vorsitzender der Geschäftsführung der Generali Deutschland Schadenmanagement GmbH, hebt positiv hervor: „Dank verbesserter Technik und vieler Sicherheitssysteme werden nur bei weniger als vier Prozent aller Schäden Menschen verletzt.“ Aufgrund der oft dramatischen Folgen von Personenschäden sei dies die „wichtigste Erkenntnis der Untersuchung“. Die Kosten für Personenschäden jedoch sind enorm: Trotz eines Anteils von nur 3,9 Prozent an allen Schäden verursachen Personenschäden 31,7 Prozent aller Gesamtkosten.

Häufigste Schadenfälle sind Haftpflicht-Sachschäden

Haftpflicht-Sachschäden machen laut Studie 34,6 Prozent aller Schäden aus und verursachen 33,2 Prozent aller Kosten: bei Häufigkeit und Kosten der größte Anteil nach Schadenart. Am zweithäufigsten sind Schäden mit Glas, zum Beispiel Schäden am Scheinwerfer oder der Windschutzscheibe. Bei 29,7 Prozent aller Schäden verursachen sie allerdings nur 6,2 Prozent aller Kosten. Restschäden (genannt werden als Beispiel „Brand“, „Explosion“, „Kurzschluss“, „Kollision“, „Vandalismus“) verursachen 17,5 Prozent aller Schäden, ihr Kostenanteil beträgt 19,0 Prozent.

Es folgen: Schäden durch Wild und Wildunfall mit 7,9 Prozent aller Schäden und 4,3 Prozent aller Kosten sowie Elementarschäden (z.B. durch Sturm und Hagel) mit 5,1 Prozent aller Schäden und 3,3 Prozent aller Kosten. Schäden durch Diebstahl sind die am wenigsten relevante Schadenart, denn sie betreffen nur 1,2 Prozent aller Schäden und verursachen 2,2 Prozent aller Kosten.

60 Prozent aller Schäden sind Kaskoschäden

Der Versicherer weist in seiner Presseerklärung darauf hin, dass es sich bei 60 Prozent aller Schäden um Kasko-Schäden handelt. Fast jeder zehnte Schaden koste zudem mehr als 5.000 Euro in der Reparatur, mehr als jeder vierte Schaden sei teurer als 2.500 Euro. Schäden über 10.000 Euro würden nur drei Prozent aller Schäden ausmachen, ihr Anteil am finanziellen Gesamtaufwand liege allerdings bei über einem Drittel.

Mehr Unfälle und Schäden in Berlin und in großen Städten

Zu erwarten waren Ergebnisse zur Schadenhäufigkeit nach Region: Eine hohe Verkehrsdichte auf engem Raum bedeutet auch mehr Unfälle und damit zugleich mehr Schäden an Fahrzeugen. Demnach ist die Schadenhäufigkeit in Deutschlands Hauptstadt sowie den Stadtstaaten am höchsten: in Berlin beträgt sie 15,5 Prozent (je 100 Versicherte), in Hamburg 15,4 Prozent, in Bremen 13,5 Prozent. Niedrig hingegen ist die Schadenhäufigkeit in den Bundesländern Niedersachsen (11,2 Prozent), Bayern (11,1 Prozent), Brandenburg (10,8 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (10,8 Prozent).

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Jedoch sollte man im Vergleich der Bundesländer auch die Unterschiede zwischen ländlichen und städtischen Regionen beachten, denn trotz des geringen bayerischen Durchschnitts hat zum Beispiel die Stadt München mit einem Wert von 14,7 Prozent sogar eine höhere Schadenhäufigkeit als Bremen. Auch für Mecklenburg-Vorpommern gilt: Trotz der geringsten Schadenhäufigkeit für das Bundesland (mit dem besten Ergebnis aller Bundesländer) zeigt der Karambolage-Atlas eine Schadenhäufigkeit von 14,2 Prozent für die Landeshauptstadt Schwerin. Der „Karambolage-Atlas“ hilft, solche kleinteiligen regionalen Unterschiede genauer zu beachten.