Ende Juli 2018 hatte die Allianz den Start der neuen digitalen Lebensversicherung verkündet. Das neue Baby trägt den Namen „Fourmore“ und wird komplett digital abgewickelt. Die private Rentenversicherung hat selbstverständlich keinen Garantiezins mehr. Dafür sind eingezahlten Beiträge und somit eine Mindestrente garantiert.

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Beim neuen Produkt sollen einmalige sowie regelmäßige monatliche Einzahlungen möglich sein. Der Mindestbetrag für jede Einzahlung liege bei 25 Euro. Das Geld werde in ein Portfolio mit höheren Risiken gesteckt. In einem Musterfall habe der Anteil von festverzinslichen Papieren bei rund 60 Prozent. Der Aktienanteil habe gleichzeitig bei 36 Prozent gelegen. Zudem bestehe die Möglichkeit, kostenlos Geld aus dem Vertrag zu entnehmen und gegebenenfalls wieder einzuzahlen. Insgesamt hat das neue Produkt damit viel von einem Fondssparplan.

Allianz will auch ROPO-Kunden erreichen

Das neue Produkt solle digital verkauft werden. Dabei sollen aber auch Vermittler eine Rolle spielen. Denn das Internet wird von vielen Kunden überwiegend zur Erstinformation genutzt. Das zeigt eine GfK-Studie, die im Auftrag der Zurich Gruppe Deutschland und Google erstellt wurde. Demnach holten sich 84 Prozent der Versicherungskunden vor dem Abschluss eines Vertrages Informationen im Internet ein. Sechs von zehn Verbrauchern (59 Prozent) würden nach der Online-Recherche lieber "offline" bei einem Versicherungsvermittler einen Vertrag abschließen. Damit gehörten sie zur Kategorie der ROPO-Kunden. Die Abkürzung „ROPO“ steht für „Research online – purchase offline“ oder auf Deutsch: „Im Internet recherchieren und offline kaufen“.

Genau diese Kunden möchte der Münchener Versicherer in Zukunft abholen. Dazu müssen aber auch Vertreter und Makler ins Boot geholt werden. An einer Antragsstrecke für Vermittler werde aktuell schon gewerkelt. Diese solle im Herbst für den eigenen Außendienst sowie die Maklerschaft geöffnet werden. Das bestätigte ein Pressesprecher auf Anfrage des Versicherungsbote.

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Wann genau die digitale Antragsstrecke für die Vermittler freigegeben wird, darüber hält sich der Versicherer bedeckt. Auch über die Höhe von Abschlussprovisionen und laufenden Vergütungen möchte das Unternehmen noch nicht reden. Dass eine Vergütung kommen wird, ist sehr wahrscheinlich. Immerhin müssen die Vermittler irgendwie für das neue Produkt begeistert werden. Auch die bereits veröffentlichten Zahlen zur Police sprechen für Provisionen. Denn pro Einzahlung sollen einmalig vier Prozent als Abschlussprovision einbehalten werden. Überdies solle es eine jährliche Gebühr auf das Guthaben geben. Auch das Management der Kapitalanlage lasse sich der Versicherer bezahlen. Hier sollen 0,18 Prozent pro Jahr fällig werden.