Versicherungsbote: Die Oberösterreichische Versicherung bietet einen sehr speziellen Tarif im Bereich Dauercamper für Wohnwagen und Mobilheime. Wie schätzen Sie den Markt für diese Produkte ein?

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Christian Waldheim: Mit mehr als 2.900 geöffneten Campingplätzen in Deutschland, die fast 220.000 Stellplätze anbieten, ist das Marktpotential sehr hoch. Die steigenden Zahlen von Campingurlaubern in den vergangenen Jahren bestätigen unsere Annahme, dass sich diese Form des Urlaubs auch weiterhin großer Beliebtheit erfreuen wird. Nicht umsonst ist der Campingtourismus ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Tourismuswirtschaft.

Die Police wendet sich an Menschen, die Alternativen zu „standardisierten“ Lebensformen suchen (auch Dauercamping). Die auf Mobilität setzen, Abenteuer etc. Muss man diese Zielgruppe anders ansprechen, um sie für Versicherungen zu begeistern?

Nein, denn vor allem Dauercamper sind Menschen, die im Allgemeinen nicht nur Ihre Parzelle besonders pflegen, sondern auch einen besonderen Bezug zu ihrem Wohnwagen oder Mobilheim haben. Einzig die gewählte Form des Urlaubs unterscheidet unsere Kunden von anderen, denn statt Strand, Hotel und Halbpension gibt es Wohnwagen, Gemeinschaftsduschen und Eigenverpflegung.

Wie schätzen Sie den Markt für Spezialversicherungen ein? Kritiker könnten einwenden: damit lassen sich auch unnütze Policen an die Frau bzw. den Mann bringen. Wo sehen Sie Potentiale?

Die Kritik, vor allem der Verbraucherschützer in Bezug auf die Einstufung von „unnützen“ und „nützlichen“ Policen, ist bekanntermaßen nicht neu. Sicherlich gibt es in der Versicherungswirtschaft Produkte, deren Sinn und Nutzen hinterfragt werden müssen. Für unsere Police aber kann ich den Einwand nicht gelten lassen, da unser Versicherungsschutz speziell auf die Bedürfnisse von Dauercampern zugeschnitten ist.

Können Sie erklären, wie die Dauercampingversicherung funktioniert? Wenn ich das richtig verstehe, enthält es Bausteine aus einer Hausrat-, Wohngebäude- und Grundstückshaftpflicht.

Richtig. Unser Tarif ist eine Kombination aus den Sparten Wohngebäude, Hausrat, Grundstückshaftpflicht und Glasversicherung. Variable Versicherungssummen gibt es nicht, da wir maximale Entschädigungsgrenzen für die einzelnen Sparten haben (Wohngebäude: 60.000 Euro, Hausrat: 10.000 Euro, Haftpflicht: Deckungssumme 3 Millionen Euro, Glasversicherung pauschal). Diese vier Sparten können nur gemeinsam abgeschlossen werden, da sie in einer Police gebündelt werden. Lediglich die Haftpflichtversicherung ist per Opt-Out Modell abwählbar, da diese sogenannte „Standplatzhaftpflicht“ bereits in vielen Privathaftpflichtversicherungen enthalten ist.

Der Trend, vor allem zu Mobilheimen, ist noch relativ jung und die Nachfrage nach speziellem Schutz steigt. Würde eine Standard-Hausrat- und Wohngebäudepolice auch greifen? Wozu braucht es einen speziellen Schutz?

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Nein, ein Standardschutz würde den Kunden in diesen Fällen nicht weiterhelfen. Zum einen hätten wir das Problem in der Hausratversicherung, dass der enthaltene Außenversicherungs-Baustein in der Regeln summen- oder zeitmäßig begrenzt ist. Im Bereich der Wohngebäudeversicherung, also der Versicherung des Wohnwagens oder Mobilheims, bestünde bei Standardpolicen ein Problem hinsichtlich der nicht dauerhaften Nutzung. Auch bei der Glasversicherung gibt es ganz entscheidende Unterschiede. Während sich der Versicherungsschutz bei Standard-Glasversicherungen auf die Mobiliar- und Objektverglasungen bezieht, greift unser Versicherungsschutz viel weiter und sichert ebenso fertig eingesetzte oder montierte Scheiben ebenso im Rahmen des Versicherungsschutzes ab, etwa Platten und Wohnwagenluken aus Kunststoff.